SkelettAuf dem Barcamp Hamburg 2016 gab es eine Session „Populismus aushebeln – Wie und wodurch? Werkzeuge für jeden von uns“. Ich war zwar nicht dabei, habe aber meine Finger an das Protokoll bekommen – auch in der Hoffnung, dort Anregungen zu finden.

Leider wurde ich enttäuscht. Die Schwarmintelligenz der dort versammelten Ne­ti­zens(1) offenbarte (m.M.) vor allem Ratlosigkeit und eine gewisse – freundliche – Naivität. „Werkzeuge“ kamen dabei nicht heraus. Trotzdem möchte ich die Ergebnisse hier mal mit meinem Senf bestreichen. Zum Einen, weil etwas – nur weil es dem eigenen Anspruch nicht gerecht wird – nicht gleich falsch sein muss. Zum Anderen, weil sich ja auch aus der Kritik etwas lernen lässt. Oder ich daran wenigstens meine eigene Position erarbeiten und schärfen kann. [alle folgenden Zitate ohne Quelle aus dem o.g. Protokoll]

– Mit Nazis diskutiert man nicht […]

Ich halte mich ungern an Regeln, die mir vorschreiben, was ich zu tun und zu lassen habe. Mit überzeugten Nazis zu diskutieren macht aber m.M. tatsächlich keinen Sinn. Denn überzeugte Nazis folgen einer strikten Ideologie und haben nur das Ziel, dich zu überzeugen. Sie sind selbst nicht an Erkenntnis interessiert und nicht offen für Argumente. Genauso könnte man versuchen, die Zeugen Jehovas vom Atheismus zu überzeugen.

Allerdings: Solange ein Nazi diskutiert, tötet er nicht. Wer also wirklich nichts besseres zu tun hat, der kann einem Nazi gern die Zeit stehlen (verschwendet jedoch auch seine eigene). Es gibt meist besseres, was man mit seiner Zeit gegen Nazis oder Populismus tun kann.

Aber in der Session sollte es ja auch nicht um Nazis gehen, sondern um Populismus.

  • Man muss sich trotzdem mit ihnen auseinandersetzen, man kann sie nicht ignorieren
  • Kein Schwarz-Weiß-Denken, nicht einfach blocken

Das gilt wohl sowohl für Nazis als auch für Populisten. Aber ich möchte hier an zwei Stellen widersprechen:

    1. Taube Schach

      Mit Rechtspopulisten diskutieren ist wie mit einer Taube Schach spielen

      Nein, niemand sollte sich mit Populisten auseinandersetzen „müssen“. Die Auseinandersetzung ist Kraft-aufwendig und eine Konfrontation mit negativem Denken und Gefühlen, die man sich nicht zumuten „muss“. Man kann auch anderes als über die direkte Auseinandersetzung dem Populismus das Wasser abgraben.  [Ja, ich weiß, das mit dem unpersönlichen „man“ im Zitat wahrscheinlich nicht „jedeR“ gemeint ist, aber mir ist dieser Punkt wichtig, deshalb verstehe ich es gezielt so.]

    2. Ohne schlüssige und funktionierende Methode mit Populisten (und ihren überzeugten Gläubigen) zu diskutieren, macht auch wenig Sinn. Denn sie diskutieren nicht wie normale Menschen, sind gar nicht offen für Fakten, Argumente, Logik, sondern denken in einem geschlossenen Mikro-Kosmos und haben für fast jede Kritik ein Todschlagargument parat. Ohne ein gutes Konzept mit ihnen zu diskutieren (egal ob on- oder offline), ist meist Zeitverschwendung.

Dennoch stimme ich damit überein, dass es auch gut und wichtig wäre, mit Populisten (und ihren Gläubigen) zu diskutieren. Passende Methoden müssen jedoch noch identifiziert und verbreitet werden.

Wir wollen eigentlich mit der Horde am Lagerfeuer sitzen, das Rascheln im Gebüsch ist böse => Gefühle funktionieren schneller und nachhaltiger als Denken. […] Gefühle von von Populismus Betroffenen ernst nehmen. Es sollte nicht um jeden Preis das Ziel sein, die Gegenseite zu überzeugen

Ich möchte dieses schöne Bild vom Lagerfeuer nutzen, um die (meiner Meinung nach wichtige) Differenzierung voran zu treiben und zu zeigen, dass es gar nicht um Gefühle geht. Ich sehe die Notwendigkeit, zwischen drei Gruppen zu unterscheiden:

  • Die Populisten selbst. Sie sind die, die von der Methode Populismus profitieren wollen (sie streben ein Amt, einen Sitz, Buchauflage, Macht, Einfluss, etc. an). Sie sind die, die (oft wieder besseres Wissen) erzählen, es habe im Gebüsch geraschelt oder sogar selbst im Gebüsch rascheln. Und sie werden es immer weiter tun, solange sie sich Vorteile davon versprechen. Selbst, wenn wir sie widerlegen. Denn dann erfinden sie ein neues Rascheln (AfD: erst der Euro, dann die Geflohenen, jetzt Muslime). Sie bekämpften wir am besten, indem wir nicht über das Rascheln sprechen (dann haben sie uns ihr Thema schon aufgedrückt), sondern über ihre Methoden und ihren Versuch, sich dadurch Vorteile zu verschaffen.
  • … reagieren wie Kinder, denen man ihr Spielzeug wegnehmen will …

    … reagieren wie Kinder, denen man ihr Spielzeug wegnehmen will …

    Die gläubigen Anhänger der Populisten. Sie wollen überzeugt sein, dass es im Gebüsch geraschelt hat. Sie erfinden das Rascheln zwar nicht, aber sie wollen, das es raschelt, weil sie dann das Rascheln für die Dinge verantwortlich machen können, die in ihrem Leben schief laufen oder die sie fürchten (Sündenbock-Funktion)  und weil es ein Gesprächsthema / nette Horrorstories fürs Lagerfeuer oder gar ein bisschen Action und Adrenalin ins gar so langweilige Leben bringt (Unterhaltungsfunktion). Populisten bedienen hier reale Bedürfnisse (evtl. gibts noch mehr, kein Anspruch auf Vollständigkeit). Ihnen ihr Rascheln wegnehmen zu wollen, ließe sie leer zurück und ihre Reaktion auf den Versuch gleicht der einer Kindes, dem man sein Spielzeug wegnehmen will (Korrektur: Kinder verhalten sich nicht so furchtbar) ist mindesten verbal gewalttätig (und offenbart oft die dunkelsten Seiten der reagierenden Person – siehe Abb. rechts).

  • Die verwirrten Unterstützer. Ein Leitsatz der Werbung lautet: Wenn man etwas (selbst den größten Unsinn) nur oft genug wiederholt, finden sich bald Leute, die das glauben und danach handeln. Und so finden auch die Populisten immer mehr WählerInnen, Mitglieder, Mitläufer, Geldgeber, usw. Diese Unterstützer können wir mit Ablenkung, Gegen-Populismus, Werbung (alles wenig nachhaltig, sie bleiben anfällig) oder eben Aufklärung (deutlich nachhaltiger) erreichen. Durch Raschel-Messungen, durch die Info, dass auch der Wind Blätter rascheln lässt und durch begleitete Waldbegehungen (und vieles mehr). Die Herausforderung ist, diese Menschen zu erreichen. Und hier brauchen wir das Engagement von jedem, denn diese Leute sind in euren Familien, eurem Bekanntenkreis und bei euren Kollegen. Hier müssen wir alle agieren: Aufklären, zum Denken anregen, hinterfragen – und nicht als Reaktion.

Die im Protokoll dann genannten Floskeln sind argumentative / rhetorische Bruchstücke, die im Einzelfall hilfreich sein können, aber – zur Methode gemacht – den Gesprächspartner nicht ernst nehmen und dann schnell zu durchschauen sind.

Ich bin überzeugt, dass es in jedem Gespräch wichtig ist, aktiv zuzuhören und zu verstehen, a) woher die Motivation kommt, den Populisten Glauben zu schenken, b) welche Botschaft genau verfängt (die wenigsten glauben alles, was von den Populisten kommt) und c) wo Zweifel vorhanden sind. Und dann nicht von oben herab („Ich kläre dich jetzt mal auf“) sondern auf Augenhöhe („Ich glaube, dass deine Ansichten falsch sind und bin ganz anderer Meinung.“). Deshalb Zustimmung zu:

Mit weniger Vorurteilen in die Diskussion gehen, offen sein, „Vom Ross runter kommen“, keine Fronten aufbauen („Wir gegen die“, „Stammtischkämpfer“)

Dieser Abschnitt dagegen macht mir echt Sorgen:

Konsens bei einigen Trump-Unterstützern: „Man kann mit der Presse/der Elite/den Liberalen/den anderen nicht diskutieren, weil die nicht mit uns diskutieren wollen.“, „Ihr wollt doch gar nicht mit uns diskutieren!!1!“. Lösungsvorschlag: Rechtspopulisten im Fernsehen argumentativ zerlegen, sie nicht zur Schau stellen. Gegenargument: Frauke Petry verhält sich nicht besser, lässt Leute in Talkshows nicht ausreden etc. und wird dafür in der AfD gefeiert („Lügenpolitiker nicht ausreden lassen11!“)

Ich weiß natürlich nicht, ob das das wirklich so gesagt worden ist, aber falls ja, finde ich das extrem bedenklich, weil

  • Erstens fordert der „Lösungsvorschlag“ exakt dass, was im Satz vorher der Vorwurf gegen die Medien war (und ja, einige Medien zeigen manchmal ein solches Verhalten – aber nicht alle).
  • Zweitens ist es die Aufgabe der Medien, zu berichten, aber nicht jemanden zu „zerlegen“  (2).
  • Drittens ist zeugt der Versuch, die Aufgabe der Meinungsbildung an oligopolistische Medien (TV) zu delegieren, von einem für mich anti-demokratischen Menschenbild. Wer die Meinungsbildung „wegdelegiert“, nimmt sich aus der Verantwortung und überlässt den Medien die Kontrolle über die WählerInnen und damit über den Staat.

Jeder dAngst vor... Alkoholer in solchen Debatten Dinge sagt, wie „die xxx sollen …“ will gar nicht „Werkzeuge für jeden“, sondern das Problem auf Dritte abwälzen. Ist jedoch in der Regel nicht bereit, dafür auch (angemessen) zu bezahlen. But: „There is no free lunch“.

Zwischenfrage: Ist Populismus das Problem? [..]
– @scytto: Populismus ist doof, Populismus ist das Spielen mit Gefühlen ohne Fakten, deshalb ist es per se schlecht, unabhängig vom Output
– Populismus kann man nicht mit Populismus bekämpfen.

Dazu habe ich zwei Meinungen:

Erstens: Ja, Populismus(5) ist schädlich. Für die Demokratie, für die Gemeinschaft, für den Frieden, für die technische und geistige Weiterentwicklung der Gesellschaft. Populismus als Gegenmethode ist auch nicht nachhaltig, weil es die Menschen im Zustand der Ignoranz belässt. Selbst wenn man die AfD und Trump u.a. mit einem Gegenpopulismus erfolgreich bekämpft, kann schon einen Monat später der nächste populistische Verführer um die Ecke kommen (und er wird sicher kommen! 3), der noch geschickter manipuliert. Populismus ist also keine allgemeine Lösung. Aber –

 31% der AfD Wähler lehnen die Demokratie ab

31% der AfD Wähler lehnen die Demokratie ab

Zweitens: Die Masse der Anhänger der Populisten sind ältere Männer, die der Aufklärung vor 30-40 Jahren verloren gegangen sind, weil sie damals ihre Stunden in politischer Bildung, logischem Denken und christlicher Nächstenliebe geschwänzt haben. Für sie sind Werte wie Demokratie, Rechtsstaat, Wissenschaft und Menschlichkeit verhandelbar, wenn ihnen jemand dafür einen Porsche in die Garage stellt. Sie haben nie begriffen, wie sie von diesen Dingen profitieren und wie es ihnen ergehen würde, wenn es diese Werte nicht gäbe. Und ich befürchte, das wir diese Menschen mit Aufklärung nicht mehr erreichen können.

Das ist wie mit dem Computer: Linux ist als Betriebssystem viel leistungsfähiger und günstiger als Windows. Aber jemand, der 30 Jahre lang mühsam mit Windows gekämpft hat und inzwischen gerade so damit zurecht kommt, wird auf seine alten Tage (trotz aller guten Argumente) nicht noch mal mit Linux neu anfangen.

Deshalb könnte es sinnvoll sein, dieses Menschen tatsächlich mit einem klugen Gegenpopulismus zu „entschärfen“. Da müsste man jedoch viele Gedanken und viel Arbeit rein stecken. Und was auf keinen Fall funktioniert, ist eine Mischung von Populismus und Aufklärung. Die Ausflüge von Lafontaine und Wagenknecht in den Rechtspopulismus waren nicht nur leicht durchschaubare taktische Manöver zur Wählergewinnung, sondern haben die beiden auch bei den aufgeklärten Menschen beschädigt und unglaubwürdig gemacht. Und „Links“ darf bei Populismus heute eh nicht dran stehen, wenn er die genannten Zielgruppe erreichen will.

Es gibt Zusammenschnitte für Filterblasen, die Trump ganz anders darstellten, als er sich wirklich in den Fernsehdebatten verhalten hat

„Filterblasen“ ist ein wichtiger Begriff. Nicht weil da was Neues passiert. Auch ein schwäbisches Bauerndorf oder die Hamburger Hafenstraßen-Szene in den 80ern waren Filterblasen. Und auch die Profi-Journalisten und die Bundestagsabgeordneten leben in Filterblasen. Aber ich finden den neuen Begriff dafür, dass wir die Realität durch einen Filter wahrnehmen, der durch unserem soziales Umfeld gebildet wird, die treffendste Bezeichnung, die ich bisher dafür gehört habe.

Extremfall der Filterblase

Extremfall der Filterblase

Und sie lehrt: Wenn wir die Welt (und den Populismus) besser verstehen wollen, müssen wir unsere Filterblasen verlassen. Und wenn wir  den Populismus bekämpfen wollen, müssen wir die Menschen in ihren Filterblasen erreichen (nicht nur die in unseren Filterblasen).  Dafür braucht es kluge Strategien. Soziale Mobilität wäre zum Beispiel ein Ansatz mit Potential. Nur eine Idee.

Jonathan Pie: Alle Labels, die wir Leuten anhängen, helfen nicht. Wir sollten auch mit Sexisten, Rassisten, … sprechen

Wenn ich einen Nazi „Nazi“ nenne, wird der nicht erschrocken sagen: „Oh, ich bin ja ein Nazis, da muss ich mich aber ganz schnell ändern.“ Von wenigen Ausnahmen abgesehen, ist das die normale psychologische Reaktion auf so einen Angriff, in Verteidigungsposition zu gehen und sich sachlichen Argumenten zu verschließen. Und die Freunde des Angegriffenen werden sich überwiegend mit ihm solidarisieren, statt sein Verhalten oder seine Aussagen kritisch zu betrachten. Können wir auch an uns selbst beobachten.

„Postfaktische Welt“: Fakten zählen weniger als Emotionen („Never bring a fact to an emotion fight“)

„Postfaktisch“ist ein neuer Begriff für die alte Waffe Desinformation. Bereits der 1. Weltkrieg wurde so beendet(6), Nazis und Alliierte haben sich damit bekämpft und im Kalten Krieg war es die Waffe überhaupt. „Postfaktische Welt“ erzeugt den Eindruck, dass hier jetzt was gesellschaftlich komplett Neues entstanden ist. Es ist eine Waffe, die es schon lange gibt und die jetzt nur schamloser eingesetzt wird. Vor allem ist es aber wichtig, zu erkennen, dass es sich um systematische und gezielte Desinformation handelt, nicht um ein Zufallsprodukt.

„Desinformationsgesellschaft“: Es gibt so viele Informationen, dass wir nicht mehr wissen, was wir glauben

Es gab schon immer mehr Informationen, als ein Mensch prüfen und verarbeiten konnte. Das ist nicht neu. Aber bis zum Siegeszug de Internets, standen (für die meisten Menschen) Tageszeitung und Tagesschau als Torwächter dazwischen, die die Informationen prüften und auswählten. Was nicht bedeutete, dass keine Desinformation durchkam(4).

Heute erreichen die Spin-Doktoren ihre Zielgruppen direkter und ohne diese lästigen Filter dazwischen. Das gibt ihnen mehr Macht und Einfluss und sie nutzen das erfolgreich. Es ist ein gefährlicher Irrtum, die derzeitigen Erfolge des Populismus als ein verwunderliches Phänomen darzustellen, anstatt sie als wenig erstaunliches, aus dem technischen Fortschritt entstehende Herausforderung (so wie auch schon Radio und TV die Politik und Demokratie vor neue Aufgaben stellten) zu verstehen, den sich bestimmte Gruppen (mit klaren Zielen) sehr geschickt, zielgerichtet und erfolgreich zu nutze manchen.

Wer das ignoriert, läuft Gefahr, diese Auseinandersetzung auf Jahre zu verlieren.

 


 

Was ich aber am erstaunlichsten und bedenklichsten finde, ist, das eine solche Diskussion auch von Ne­ti­zens so schlecht vorbereitet geführt wird. Populismus und Desinformation sind ja nichts Neues, sondern bereits gut erforscht und diskutiert. Statt mit einer soliden Recherche zu beginnen, wird ein auf Halbwissen und Spekulation basierendes Brainstroming veranstaltet, das wenig fundierter ist als die Diskussionen der Anhänger der Populisten.

Es zeigt für mich auch die bei vielen aufgeklärten Menschen verbreitete Faulheit, sich mit (passenden) Meinungen und Schein-Fakten zu begnügen, statt erst mal fundierte Informationen zusammen zu tragen (selbst „Information at the fingertip“ ist scheinbar noch zu anstrengend) und dann auf deren Basis zu diskutieren. So wird ein Barcamp zur Filterblase, die vor allem dem selbsvergewissenden Wiederkäuen der eigenen Überheblichkeit dient.

Kommentieren?

Ich hoffe, ich konnte hier ein paar Fragen anreißen, die Interesse an einer tieferen Beschäftigung mit dem Thema wecken. Hier ein paar weiterführende Quellen zum Einstieg (RTFM!). Ich werde da in den kommenden Wochen versuchen, ein paar konkrete Strategien abzuleiten – vielleicht nicht für „jeden von uns“, aber doch Dinge, die viele Menschen tun können, statt gebannt (und gelähmt) auf „Politiker“ und Medien“ zu starren. Die haben ihre eigene Agenda und ein paar von denen kommt der Populismus sogar ganz recht (aber das ist ein anderes Thema).

Kleine Literaturliste:

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Fussnoten:

(1) Ne­ti­zens = Gesamtheit aller Teilnehmer, die gemeinsam im Internet kommunizieren. Kurzwort aus englisch net und citizens »Bürger, Einwohner« Quelle: Duden.

(2) Die Aufgabe der Medien ist (sowohl nach dem Grundgesetz, als auch nach dem journlistischen Selbstverständnis) Information, nicht aktive Teilnahme an der politischen Auseinanderstzung. Wenn Journalisten und Medien das dann gelegentlich tun, ist das zulässig (Meinungsbeiträge sind ein erlaubtes journalistisches Mittel), aber das kann nicht von einer Sache eingefordert werden. Außerdem wird dieses Mittel stumpf, wenn es zu häufig genutzt wird, da sonst die Glaubwürdigkeit leidet.

(3) Vor der AfD gab es die Schill-Partei, die Republikaner, … als teil-erfolgreiche populistische Bewegungen.

(4) Am berühmtesten: „Die Friedensbewegung ist die fünfte Kolonne Moskaus.“ Heiner Geißler als CDU-Generalsekretär in den 80er Jahren.

(5) Definiton – wenn ich von „Populismus“ schreibe, meine ich damit

Eine politische Rhetorik, die

  1. einfachste Lösungen selbst für komplexe Probleme anpreist (ohne sich um die Machbarkeit und Wirksamkeit zu kümmern)
  2. die Existenz von berechtigten Interessenskonflikten im Land leugnet („das Volk will …“)
  3. sich mit undefinierten Begriffen vor allem an die Emotionen der WählerInnen wendet
  4. für Probleme immer Minderheiten oder Außenstehende (bevorzugt schwach) verantwortlich macht (Sündenbock-Rhetorik)
  5. auch keine Probleme damit hat, Desinformation zu verbreiten, wenn es den Zielen dient.

JedeR PolitikerIn / jede Partei, der / die regelmäßig mindestens Kriterium 1 plus ein weiteres Kriterium erfüllt, nenne ich populistisch.

Quelle: NeunMalSechs-Eigengebräu

(6) Am 9. November 1918 hatte Reichskanzler Max von Baden eigenmächtig den doppelten Thronverzicht des Kaisers verkündet und war damit Plänen Wilhelms zuvorgekommen, wenigstens die preußische Königswürde zu retten. Die Nachricht der Abdankung verbreitete sich rasch von Berlin aus über das ganze Reich und brachte die Novemberrevolution in Gang. Max von Badens Initiative ebnete so den Weg zur parlamentarischen Demokratie der Weimarer Republik. Quelle: bpb.

 

 

 

Siehe auch:

Die AfD Darmstadt & die rumänischen Models

AfD Darmstadt aktiv gegen Meinungsfreiheit

Gefährliche patriotische Sex-Phantasien

Putsch-Fantasien

Hajo Funke und die Verschwörung der V-Nazis

Im Flüchtlingscamp in Chemnitz

Nachtgedenken (flüchtig) von Arthuro de las Cosas

Ein Banker, ein BILD-Leser und ein Flüchtling

Happy Birthday Farrokh Bulsara

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