Bild auf dem Nazi-Auge: Es fehlen auf diesem Bild: Bundesverteidigungsministerium, SPD und MAD.

Es fehlen auf diesem Bild: Bundesverteidigungsministerium, SPD und MAD.

Die Bundeswehr hat einen Nazi-Terror-Skandal. Damit ist die Bundeswehr neben den Verfassungsschutz als die zweitbeste Heimat von auf einen Umsturz des demokratischen Systems der Bundesrepublik Deutschland bedachten Nazis qualifiziert.

Ich bin jetzt nicht besonders überrascht davon. Dass Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (*) davon übrrascht ist, überrascht mich ein wenig. Ist ja nicht das erste Mal. Aber sie ist ’ne Frau. Hat nie gedient.

Mehr überrascht mich da schon, dass SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann sich jetzt darüber erregt: „In der Bundeswehr habe sich über Jahre eine rechtsextreme Gruppe etabliert.“

Thomas Oppermann hat zwar (wie ich) Zivildienst gemacht, aber er hat seine politische Karriere (sogar zur gleichen Zeit) dort begonnen, wo auch ich aufgewachsen bin und politisiert wurde: Im niedersächsischen Landkreis Göttingen. Dort, wo wir beide damals erlebten, wie der Kausch-Skandal (mit seinen Querverbindungen zur Wehrsportgruppe Hoffmann)(*), militante Alt- und Neo-Nazis  (gut organisiert in NPD und FAP) und auch der Michael von Dolsperg-Skandal für Schlagzeilen gesorgt haben. Und natürlich hatten alle damals aktiven Neo-Nazis erfolgreich bei der Bundeswehr gedient.

Auch waren er und seine Partei „über Jahre“ (seit 1998) ununterbrochen an den Bundesregierungen beteiligt, die letztlich die politische Aufstellung der Bundeswehr leiten und kontrollieren (sollten). Anfangs sogar in leitender Funktion. Was ich ihm versichern kann (weil eigentlich Allgemeinwissen): Schon 1998 gab es keineswegs weniger Nazis und Wehrmacht-Verehrer in der Bundeswehr.

Folglich muss sich Thomas Oppermann fragen lassen: In welcher Realität hat er bisher gelebt? Und: Was legitimiert ihn, jetzt aus dieser hervorgekrochen zu kommen?

Wir leisten uns sogar einen eigenen Geheimdienst, der sowas wie Nazi-Aktivitäten bei der Bundeswehr verhindern sollte: Der MAD (Militärischer Abschirmdienst). Allerdings sind  aber deren Hauptmänner zur Zeit wohl vor allem für die AfD im Inlands-Einsatz und twittern die SA-Parole „Deutschland erwache“. So waren wir – ausgerechnet! – auf die österreichische Polizei angewiesen, um eine Gruppe zu enttarnen, die immerhin u.a. Anschläge auf den Bundespräsidenten und die Bundesjustizminister plante.

Oppermanns Partei SPD ist auch im parlamentarischen Kontrollausschuss eine einflussreiche Kraft (und immer gewesen), die die Aufgabe hat, u.a. auch den MAD zu überwachen. Anstatt auf Andere zu zeigen, möge die SPD bitte endlich mal den Arsch hoch kriegen und etwas TUN. Vielleicht erkennen, das die ganzen Geheimdienste viel schädlicher sind als dass sie der Demokratie nutzen? Solange die SPD nicht grundlegende Veränderungen durchsetzt, die verhindern, dass Nazis steuern, was im Verfassungsschutz und Bundeswehr (und anderswo?) passiert, ist das auch ein SPD-Skandal.

Und auch der hessische Verfassungsschutz hat bestimmt wieder beide Augen ganz fest zugedrückt. Bin jedenfalls ebenfalls nicht überrascht davon, dass die beiden Hauptverdächtigen aus Hessen kommen. Es gab sicher Akten über sie – bevor die zufällig kürzlich geschreddet wurden. Spannend ist eigentlich nur:  Hat der hessische Verfassungsschutz die Aktivitäten aus seinem V-Mann Budget auch finanziert? Auch dass könnte mich nun keineswegs mehr überraschen. Ich schätze die Wahrscheinlichkeit (konservativ) auf 50%.

Überraschen würde mich übrigens auch nicht, wenn jetzt plötzlich zufällig Zeugen versterben. Ohne dass ich damit etwas andeuten will. Der Mensch als solcher ist halt sterblich. Besonders wenn er mit Nazis (u.a.) interagiert.

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Siehe auch:

Hajo Funke und die Verschwörung der V-Nazis

 


* Kleine Randnotiz: Ursula von der Leyen ist die Tochter von Ernst Albrecht, der damals als CDU Ministerpräsident lange seine schützende Hand über die Nazi-Lehrer Heiner Kausch und Heiner Luthard gehalten hat. Sie kann jetzt handeln wie ihr Vater – oder die Bundeswehr endlich aufräumen.