Archiv der Kategorie Thriller

Neue Vergleichsseite: Buchkurzkritiken

BücherNeulich fragte jemand danach, welches Buch ich denn so empfehlen könnte. Da ist mir natürlich spontan wenig eingefallen. Da dachte ich mir: Nachdem meine Filmkurzkritiken ja gut ankommen und für mich auch zu einer praktischen Übersicht werden, was ich schon gesehen habe und wie ich es fand, könnte ich das ganze hier doch auch für Bücher dokumentieren.

Auch hier habe ich wieder kurz überlegt, eine Hitliste zu machen, aber wie auch bei Filmen wird das mit steigender Anzahl immer unbedeutender und irgendwann reichlich aussagelos. Man kann bestimmte Bücher auch nicht wirklich direkt miteinander vergleichen. Nein, die Haupt-Sortierung nach (Erst-)Erscheinungsjahr vorzunehmen fand ich spannender. Auch hier mit dem Ziel, zu schauen, welche Werke im gleichen Jahr erschienen und mit der Chance ein Buch auch in seinen historischen Kontext einbinden zu können.

Ich habe erst mal angefangen, meine Lieblingsbücher aufzunehmen und ein paar, die ich kürzlich gelesen habe. Und gleich die erste Überraschung erlebt: Von meinen absoluten Lieblingsbüchern sind gleich zwei mal zwei im gleichen Jahr erschienen: 1927 und 1992 sind scheinbar Jahre gewesen, die mich literarisch intensiver geprägt haben, als andere. Außerdem aufgenommen habe ich schon mal alle Bücher, zu denen ich hier mal eine Rezension verfasst hatte. Hier der Zwischenstand:

http://neunmalsechs.blogsport.eu/listen/bucher/buchkurzkritiken/

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Patrick Cave: Das Saint Netzwerk

Buchtitel: Patrick Cave: The Saint Network

Buchtitel: Patrick Cave: The Saint Network

Dieses Buch täuscht.

Das fängt schon bei seinem Fundort an. Ich habe es eher zufällig in der Jugendbuch-Abteilung entdeckt, obwohl es von der Spannung, dem Thema und der Handlung viele Erwachsenenbücher locker überragt. Die dortige Einordnung hat es wohl nur dem Fakt zu verdanken, dass die Hauptperson 15 Jahre alt ist.  Dennoch handelt sie schon bald klüger und erwachsener, als viele Menschen, denen wir im täglichen Arbeitsleben begegnen. Es ist mehr wie bei den Filmen „The Village“ und „(Wer ist) Hannah“, in denen auch Jugendliche die Hauptrolle spielen – die aber für Erwachsene gemacht sind.

Und auch wenn diese beiden Filme thematisch weder miteinander noch mit dem „Saint Netzwerk“ etwas zu tun haben: Es entsteht in diesem Buch eine ähnlich dichte Atmosphäre. Auf eine Verfilmung darf man sicher gespannt sein.

Damit nicht genug der Täuschung: Wer zum Beispiel aus dem Titel ableitet, es ginge dabei um soziale Netzwerke, liegt daneben. Auch wer aus „Saint“ (Heiliger) ableitet, es ginge vielleicht um religiöse Fragen oder kirchliche Themen, liegt daneben. Und während das Buch eigentlich in der Zukunft spielt, so hat man (nicht zufällig) ständig den Eindruck, von einer früh-neuzeitlichen Ständegesellschaft zu lesen. Und wer zunächst glaubt, an den drastischen Unterschieden zwischen ums reine Überleben kämpfenden Armen und elitären, verschwenderisch lebenden Reichen eine südamerikanische Großstadt der Gegenwart wieder zu erkennen, wird später feststellen, dass es sich um die englischen Hauptstadt in der nahen Zukunft handelt.

Die Verunsicherung hat dabei System. Denn es geht hier nicht um eine Utopie oder Dystopie, sondern um ganz pragmatische gesellschaftliche, technische und soziale Fragen, die hier äußerst dramatisch zugespitzt werden.

Diese Verunsicherung erfasst gleich auf Seite 2 des Buches auch die 15-jährige Mira, als sie bei einem Morgenspaziergang plötzlich den Mord an einer Frau erlebt – oder war nur der legitime polizeiliche Zugriff auf eine gefährliche flüchtige Verbrecherin, wie ihr ihr – einige Jahre älterer – bester Feund Gil versichert? Und warum trug diese Frau einen Zettel bei sich, auf dem Miras Name steht?

Verunsicherung führt zu Zweifeln, zu Misstrauen – und ohne das faktisch viel passiert, bricht Miras heile Welt in der kleinen Community im hohen Norden des Landes plötzlich zusammen. Sie fühlt sich bedroht, in Gefahr – und der Leser weiß nicht einmal, ob es Hirngespinste sind, oder eine echte Bedrohung. Aber spätestens als sie die Gemeinschaft heimlich verlässt und in die im Süden liegende Hauptstadt flieht, wird sie zur Gejagten – ohne das (ihr oder uns) klar ist, warum.

Schon die Flucht und Verfolgung sind spannend. Doch das Eintreffen des Mädchens in der (ihr und uns) fremden und seltsamen Stadt  ihr Überlebenskampf und die Suche danach, wer und was sie eigentlich ist, dass mit solch riesigem Nachdruck nach ihr gesucht wird, ist eine hochspannende Geschichte in der Geschichte, die Fantasy, SiFi und Thriller in einem Buch vereint.

Absolut lesenswert!

 

 

Autor: Patrick Cave

Titel: Das Saint Netzwerk

Source: Stadtbibliothek Darmstadt

Seiten: 507

Meine Lesezeit: 10 Tage

Bewertung: ***** ( von 5)

 

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Douglas Preston & Lincoln Child: The Wheel of Darkness

Author: Douglas Preston & Lincoln Child

Title: The Wheel of Darkness

Source: Darmstadt Public Library (Stadtbibliothek Darmstadt)

Pages: 508 (paperback)

My Reading Time: 2 1/2 days

Language: Slightly advanced American English, salted with technical terms from seafaring and Buddhism

Rating: *** ( out of 5)

The very special FBI-Special Agent Alosius Pendergast is drawn into his eights investigation by taking a time out from his job and re-visiting a hidden Tibetan monastery. Here he once took his first lessons in Buddhism. This time, he is shown to a very secret part of the monastery, where some object – the Agozyen (meaning: Darkness) – was stored that arrived at the monastery a thousand years ago and has been hidden ever since.

It was brought there from India and its purpose is to „cleanse the earth entirely of its human burden“. Not even the monks were allowed to look at it – but now it has been stolen. So the monks ask Agent Pendergast to find the Agozyen for them and to bring it back into the monastery.

While this first part of the story which involves Buddhist culture and Tibetan monks is the strongest and most interesting, the rest – genre-wise located somewhere between crime scene investigation, „big passenger ship in danger“ and X-files – is tied together with high dosed tension. So even when you think: „I’ve read that before“ (which I did quite often) its very hard to stop reading.

The reader is also recompensed with some quite surprising developments and an unusual denouement in the end.

While its entertaining to read, it is (like the other books of the Pendergast series) by far not as good as the amazing Preston / Child thriller „Thunderhead“.

Lead me into all misfortune. Only by that path can I transform the negative into the positive.

cited „from an ancient prayer“ in the book

 

 

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Lee Child: Nothing to loose

Author: Lee Child

Title: Nothing to lose

 

Source: Darmstadt Public Library (Stadtbibliothek Darmstadt)

Pages: 531 (paperback)

Reading Time: 2 days

Language: US mainstream  (but some US cultural knowledge might help to fully enjoy the book)

Rating: ** ( out of 5)

A Thriller with an unusual theme: A former US Army soldier hikes from one town („Hope“) to another („Despair“) and gets thrown out. Not willing to take this easy, he sets out to discover, why he is unwelcome and discovers a dead body in the desert.

But instead of explaining anything, the body disapears again and everything turns even more mysterious.  Things remain like that until the very end and this keeps tension up – but not to the level of urgency (its possible to stop reading, but not easy). In the end the solution turns out in a way thats very unusual for a thriller – but thats good and still more believable then many mor conventional plots.

The author dares to include his views about current political issues (like the war in Irak, Pentagon politics or coporate responsibility) which really makes the story realistic.

More Info:

Random House

 

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