Archiv der Kategorie Darmstadt

Die AfD Darmstadt & die rumänischen Models

AfD Darmstadt - vor braunem Hintergrund

Die AfD Darmstadt – vor (überwiegend) braunem Hintergrund (Fotos: AfD-Webseite, m)

Die AfD versucht gegenüber der Öffentlichkeit den Eindruck zu erwecken, dass sie deutsche Arbeitsplätze sichern will. Jedenfalls lässt sie das ihre Wähler glauben. In ihrem Programm steht das nicht exakt so, aber das liest ja eh kaum jemand ihrer Wähler.

Und weil die AfD Darmstadt auch bei jungen Wählern landen will, ist sie auch auf Facebook präsent. Ganz groß mit einem peppigen Bild, das die freudige Zustimmung von zwei attraktiven,coolen, jungen Menschen (sorgfältig quotiert: ein Mann, eine Frau) dokumentiert. „Toll“ sollen wir denken, „diese Partei ist jung und hipp!“:

AfD Darmstadt Facebook Seite

Von der AfD Darmstadt Facebook Seite

Pustekuchen! Wenn wir uns zum Vergleich die Leute ansehen, die in Darmstadts AfD wirklich was zu sagen haben, dann sehen wir die alten Männer oben rechts. Keine Frau. Kein junger Mann. Deutsche Spießigkeit vor braunem Hintergrund.

Sind die abgebildeten jungen Menschen vielleicht Teil des engagierten AfD Nachwuchses? Noch zu grün hinter den Ohren, um Verantwortung zu übernehmen? Kleben Plakate und so?

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Ausgrenzung des absolut Bösen aus dem Fußball

Gastbeitrag von Philip Krämer

Heidenbauer

Heidenbauer – In Beckenbauer sah Heidegger(3) das Führerprinzip auf ästhetische Art und Weise verwirklicht. Heidegger schätzte am Fußball vor allem die deutschen Tugenden.

Am Samstag findet das Fussballspiel von Darmstadt 98 gegen RB Leipzig statt. Fans und Vereinsführung veranstalten aus diesem Anlasss einen „Traditionstag“. Eine Kritik der Kritik an dem sächsischen Verein:

Am 13. Juni 2009 genehmigte der sächsische Fußballverband den Namenswechsel des SSV Markranstädt. Fortan sollte der Verein Rasenball, kurz RB, Leipzig heißen. Die Gründung wurde auf Initiative der Red Bull GmbH durchgeführt, was sich auch in der Abkürzung RB im Vereinsnamen wieder spiegelt. Ziel von Red Bull war es von Anbeginn, den Verein in die Erste Bundesliga zu führen und zu einem deutschen Topclub machen. Dahin sind sie im Herbst 2016 auf einem guten Weg, so rangieren sie momentan überraschend als Aufsteiger auf dem zweiten Tabellenplatz der Ersten Bundesliga und würden nach jetzigem Stand in der nächsten Saison international spielen.

Es handelt sich eigentlich um einen normalen Vorgang im Profisport, gäbe es da nicht die massiven Anfeindungen und Drohungen, denen der Verein seit seiner Gründung ausgesetzt ist: Bereits am ersten Spieltag der nordostdeutschen Oberliga in der Gründungssaison 2009/2010 zogen es die Leipziger Spieler nach dem Spiel vor, ungeduscht und nur unter Polizeischutz das Stadion zu verlassen, da sie durch gegnerische Fans von Carl-Zeiss Jena körperlich bedroht wurden. In der Saison 2014/2015 besetzten Fans des Karlsruher SC vor einem Ligaspiel das Mannschaftshotel und belagerten den Bus des sächsischen Vereins. Die Anhänger von Erzgebirge Aue gingen noch weiter und entrollten ein Spruchband, auf dem es lautete: „Ein Österreicher ruft und ihr folgt blind, wo das endet, weiß jedes Kind.“ Nicht nur, dass wir es mit einer Relativierung der NS-Vergangenheit zu tun haben, da der Red-Bull-Vorsitzende Dietrich Mateschitz mit Adolf Hitler gleichgesetzt wird, es findet hierbei ein Geschichtsrevisionismus statt, der aussagt, dass der Nationalsozialismus auf ausschließlich eine Person zurück zu führen ist, die das deutsche Volk wie ein Virus befallen hat. Nach 1945 dürfte es demnach keine Nazis mehr geben, da durch den Tod Hitlers die Quelle des Nationalsozialismus versiegt wäre. Der letzte Vorfall dieser Art ereignete sich Anfang der Saison in der ersten Runde des DFB-Pokals, wo Anhänger Dynamo Dresdens einen abgetrennten Bullenkopf auf das Spielfeld warfen.

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Darmstadts CDU ohne Bürgermeister-KandidatIn

Logo: Matthias Mischler

Logo: Matthias Mischler

Am 19. März 2017 steht in Darmstadt nach 6 Jahren regulärer Amtsperiode die Wahl des Oberbürgermeisters an (Bekanntmachung und Aufforderung zur Einreichung von Wahlvorschlägen).

Für die Grünen tritt dabei der Amtsinhaber Jochen Partsch wieder an. Der SPD Vorstand hat beschlossen Michael Siebel dafür zu nominieren – seine Kandidatur muss jedoch noch von einem Parteitag im November beschlossen werden. Soweit, so normal. Der Vorstand der CDU Darmstadt hat nun aber beschlossen, keinen eigenen Kandidaten und keine Kandidatin aufzustellen. Eine mutige, weil unkonventionelle Entscheidung. Seither tobt die Debatte, ob das so richtig und klug ist. Auf zwei Ebenen:

  • Einige CDU Mitglieder sind unzufrieden damit und kritisieren, dass der Vorstand diese Entscheidung getroffen hat, ohne sich vorher dafür ein Mandat der Mitglieder zu holen.
  • In den Medien und der Bürgerschaft wird diskutiert, ob das klug ist und vielleicht schädlich sein könnte.

Ein paar Gedanken dazu unter Würdigung der jeweiligen Argumente:

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The Plastics and the Damage Done

Eichhörnchen mit Plastik-Müll

Wie lange wird dieses Eichhörnchen wohl noch Leben?

Neulich habe ich über die Initiative Darmstadt unverpackt geschrieben, die versucht, in Darmstadt (im Martinsviertel) ein Geschäft zu eröffnen, dass Waren ohne Verpackung verkauft (das Crowdfunding dafür läuft noch und braucht noch ne Menge Unterstützer!). Dabei habe ich auch angedeutet, wie umweltschädlich Plastikverpackungen sind.

Seither habe ich nicht nur viel Feedback erhalten, sondern noch einige drastische Beispiele gefunden, die ich hier teilen möchte:

(Achtung: Die Bilder können zum Teil schockieren!)

 

 

 

 

 

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Darmstadt Unverpackt

Update 29.10.2016: Das Crowdfunding war erfolgreich und Darmstadt Unverpackt öffnet HEUTE in der Gutenbergstr. 5b  (am Kopernikus-Platz) im Martinsviertel.

Darmstadt unverpackt einkaufen(Plastik-) Verpackungen sind eine Pest – natürliche Ressourcen verbrauchend, umweltschädlich in der Produktion, kostenintensive für die Abfallwirtschaft und umweltschädlich in der Entsorgung. Denn Plastik wird aus Erdöl hergestellt. Und weil weder die Hersteller noch die Verbraucher von Plastik für die externen Effekte bezahlen müssen, ist Plastik ein Gut, dessen Preis nicht wirklich die gesellschaftlichen Kosten seiner Produktion (und Entsorgung) widerspiegelt.

Deshalb werden viele der Produkte, die wir täglich kaufen, zum Teil völlig sinnlos in Plastik(folien) verpackt. Sogar beim Bio-Supermarkt „Alnatura“ findet man immer wieder in Plastik eingeschweißte Gurken.

Und das, obwohl die in Plastik enthaltenen Weichmacher nachweislich in die Nahrung übergehen. Natürlich immer unterhalb der zulässigen „Grenzwerte“.

Vor rund 2 Jahren startete in Berlin der erste zweite Laden (Update 12.10.2016: der in Kiel eröffnete sogar 6 Monate vorher), der versucht zur Vermeidung  von (Plastik-)Müll beizutragen, indem er Lebensmittel lose verkauft und in mitgebrachte oder geliehene  Behälter abfüllt, unter dem Namen „Original Unverpackt“. Seither haben im Bundesgebiet in vielen Städten solche Läden eröffnet (und sich etabliert). Immer waren es lokale Initiativen, die die Märkte eröffnet haben – keine Kette. Zum Teil Menschen, die zum ersten Mal den Schritt in die Selbstständigkeit wagen.

Nun gibt es auch in Darmstadt eine Initiative, einen solchen Laden zu eröffnen. Ende Oktober will Unverpackt Darmstadt eröffnen. Dazu brauchen die Organisatoren jedoch noch etwas Unterstützung und haben ein Crowdfunding gestartet:

https://www.startnext.com/unverpackt-da

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Ein bisschen Rechtsstaat geht nicht

Rafael Reißer

Rafael Reißer

So eine Schwangerschaft hat durchaus Nachteile. Aber sie gehören dazu und dienen dem Ziel. Ein bisschen Schwangerschaft geht nicht.

Genauso ist das mit dem Rechtsstaat. Der ist ein juristisches Konstrukt, das die BürgerInnen vor der Willkür des Staates schützen soll. Geboren aus den schlechten Erfahrungen mit der Monarchie. Erfahrungen, die auch Georg Büchner machen musste.

Bei den Prinzipien des Rechtsstaates ist das wie mit der Schwangerschaft: Ein bisschen geht nicht. Das unterscheidet die Rechtsstaatsprinzipien übrigens von den Grundrechten, die untereinander konkurrieren können und ggf. gegeneinander abgewogen werden müssen.

Das Gegenteil von Rechtsstaat ist staatliche Willkür. Nun hat in Darmstadt Bürgermeister Rafael Reißer (CDU) versucht den Rechtsstaat zeitweise außer Kraft zu setzen. Damit ist er nicht durchgekommen. Zum Glück. Schaden ist nur monetär entstanden (Steuergelder, die an das Verwaltungsgericht und Rechtsanwälte transferiert werden).

Nun gibt es Rücktrittsforderungen gegen Herrn Reißer. Sollte ich mich denen anschließen? Ich habe darüber nachgedacht und zwei Argumentationslinien identifiziert:

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449 Tage ohne Sonne

Subtropisches DarmstadtTag 403

Der 403. Tag ohne Sonne. Neuer Rekord. Auch wenns jeden Tag mal mehr, mal weniger Regen bedeutet. War besser so. Sonne zwang uns, in den Baracken, Tunneln und Behausungen zu bleiben. Sonne verbrannte einem in wenigen Minuten das Fleisch. Bei Sonne hätt ich meinen Job nicht so schnell erledigen können. Schutzanzüge gabs hier draußen nicht. Für sie sowieso nicht.

Heute ist mein letzter Tag. Letzte Nacht hatte ich meinen Auftrag erfüllt und in wenigen Stunden werd ich in die Kuppel ziehen. Ich werde Julie mitnehmen und endlich ein schönes, sauberes Leben führen. Weit weg von der Scheiße hier.

Wo war sie überhaupt? Ich musste es ihr noch sagen. Würde nicht schön werden. Sie hing an ihren minderwertigen Freunden. Aber sie gehörte mir und sie würde sich schnell eingewöhnen in der Kuppel.

„Julie?“

Keine Antwort. Wo war meine Julie? Das Bett war wie immer klatschnass. Ich rappelte mich mühsam auf. Noch zerschlagen vom Alkohol. Eine notwendige, aber nicht unerfreuliche Begleiterscheinung meines Auftrags. Drinnen gab es keinen und auch nicht die damit verbundene Degeneration. Das war sinnvoll, aber auch schade. Drinnen gab es nur dieses chemische Zeug, das beruhigte und beschwingte. Soma. Hier gehörte der Alkohol zur Tarnung. Und ohne war es kaum auszuhalten.

Wieso antwortete Julie nicht? Das Schlafmittel sollte sie doch wenigstens 8 Stunden außer Gefecht setzen. Wie spät war es? Mist, schon nach 10. Verschlafen. Scheiße, das passierte mir sonst nicht. Fuck, jetzt musste ich mich beeilen. Ich zog mir gerade meine schmutzigen Hosen über, als ich die Tür hörte.

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Stiller Ritt am Mittwoch, 18. Mai 2016

Fahrrad unter LKWIm November wurde ein 87-jähriger Radfahrer auf der Landgraf-Georg-Straße in Darmstadt von einem LKW erfasst und verstarb kurz darauf im Krankenhaus. Ich habe selbst schon einen ähnlichen Unfall beobachtet, der zum Glück glimpflich verlief (siehe Bild rechts).

Am Mittwoch, 18. Mai 2016, findet erstmals der Ride of Silence in Darmstadt statt. Der Ride of Silence ist eine jährliche Fahrradveranstaltung, mit der der auf öffentlichen Straßen getöteten und verletzten Radfahrern gedacht wird.

„Es gibt viele seit Jahren bekannte und für Radfahrer sehr gefährliche Stellen. Auf diese weisen wir hin“, erläutert Veranstalter David Grünewald (25).

Eine der Ursachen: Viele Radfahr- und Schutzstreifen werden als Parkplatz missbraucht. Daraus entstehen täglich brenzlige Situationen, die auch ich täglich erlebe. Grünewald kritisiert insbesondere das Darmstädter Ordnungsamt unter der Leitung von Rafael Reißer (CDU) : „Es besteht kein Kontrolldruck seitens der Ämter“. Den Rest des Eintrags lesen. »

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Zum Lilien Abstiech

Playmobil-LilienDarmstadt 98 wird absteigen. Jedenfalls laut allen Bundesliga-Experten in dieser Saison. Nur um das noch mal in Erinnerung zu rufen. Jetzt steht fest: Ja, Darmstadt 98 wird wirklich absteigen. Irgendwann. Aber nicht in dieser Bundesliga-Saison. Das ist seit dem gestrigen 2:1-Sieg gegen Hertha BSC sicher. Bereits einen Spieltag vor Ende der Saison.

Das sei Grund genug, nun zum vierten Mal in diesem Blog das Thema Fußball aufzugreifen. Zuerst will ich ein paar Worte zum Thema Prognosen verlieren, dann meine vergangenen Artikel kritisch würdigen und zum Schluss das Erfolgsrezept des SV Darmstadt 98 aufdecken und ableiten, was man daraus (auch jenseits des Fußballs) lernen kann.

Prognosen

Mein Blogger-Kollege Marc Wickel warnt zwar regelmäßig:

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With the Partsch in America, oho (*)

Jochen Partsch in San AntonioIch schrieb ja in meinem Artikel „Die selektive Rechtsstaatlichkeit des Rafael Reißer“ (in der Fußnote 2), dass ich aufgeschnappt hätte, unser Oberbürgermeister Jochen Partsch treibe sich im Ausland herum.

Nun, das Gerücht hat sich bestätigt. Er ist in den USA (San Antonio, Texas und Milwaukee, Wisconsin) um dort um Wirtschafts- und Hochschul-Kooperationen zu werben und evtl. auch um den Grundstein für weitere Städtepartnerschaften zu legen – beide Städte interessieren sich wohl dafür. Mehr Infos im Darmstädter Echo und in der Frankfurter Rundschau.

Beide Städte sind deutlich größer als Darmstadt: San Antonio hat etwa 1,4 Millionen Einwohner, Milwaukee etwa 600.000 Einwohner. Ein Besuch in Darmstadt, Indiana (ca. 1.500 Einwohner) oder Darmstadt, Illinois (< 70 Einwohner) ist nicht geplant.

Aus den USA erreichten mich brisante, exklusive Fotos, die mich dazu bewogen, ausnahmsweise von den Regeln Nr. 17 dieses Blogs („Kein Personenkult“), Nr. 18 („Kein Klatsch & Tratsch“) und Regel 31 („Wirklich kein Personenkult“) abzuweichen, um die Chance der deutschen Erstveröffentlichung wahrzunehmen. Schon wegen der Bilder!

Ich finde ja ganz subjektiv „Milwaukee“ einen coolen Namen für eine Partnerstadt. Aber die San Antonios/Antonistas haben sich ganz schön ins Zeug gelegt in den letzten Tagen. Außerdem ist San Antonio in der Vergangenheit eine Hochburg deutscher Einwanderer gewesen:

Das texanische Weimar verfügt sogar über eine eigene „Hauptstrasse“. In vielen Gegenden um San Antonio wird ein deutscher Dialekt gesprochen: Texas German.

Quelle: Spiegel online

Sehr spannend ist die Geschichte der Darmstädter 40, die in Texas siedelten und von deren Abenteuern Jörg Heléne sehr anschaulich erzählt.

Also Milwaukees, jetzt seid ihr dran. Zeigt, was ihr drauf habt!

Aber zunächst zu den letzten Tagen in San Antonio. Die als erstes folgenden Bilder wurden (mit nur unzureichend versteckter Kamera) beim Treffen Partschs mit den Mitgliedern des deutschen Stammtisch in San Antonio aufgenommen:

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