Archiv der Kategorie Fremde Länder, fremde Sitten

Die eine Nacht, die den Verlauf der Weltgeschichte bestimmt

Alle vier Jahre in einer dunklen Nacht im November entscheidet eine relativ kleinen Gruppe von Menschen über den weiteren Verlauf der Weltgeschichte. Eine Nacht, auf die viele Menschen zwei Jahre lang intensiv hin gearbeitet haben, für die viel Geld geflossen ist.

Electoral map der USA in den letzten 12 JahrenDie kleine Gruppe von Menschen, von der ich hier rede, sind die „Registered Voters“ der Vereinigten Staaten von Amerika (aka USA). Und die Verschwörung, die ich hier meine, nennt sich US Präsidentschaftswahlen.

Ich spreche von einer kleinen Gruppe, weil die „Registered Voters“ < theoretisch Wahlberechtigte US-Bürger < Einwohner der USA < betroffene der US (Außen- und Umwelt-) Politik (=Weltbevölkerung) sind. Alle anderen sind in dieser Nacht zum Zuschauen (und Kommentieren) verurteilt.

Warum das von Bedeutung ist?

Weil die/der US PräsidentIn darüber entscheidet,

  • ob Dronen vermeintliche Gegner der USA in vielen Ländern töten (ohne Prozess)
  • ob ein Krieg begonnen (derzeit: Syrien, Ukranie) oder (zu welchen Konditionen) beendet wird (derzeit: Afghanistan, Irak)
  • ob wir abgehört werden
  • wohin Waffen verkauft werden
  • ob Atomwaffen eingesetzt werden
  • ob der Energieverbrauch weiter steigt
  • ob die CO2 Emissionen weiter steigen (siehe Abb. 2 rechts)
  • … (und vieles mehr)

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Burning Man Festival

Burning Man Festival I have seen a bit of the US. New England, New York (interesting), the blues capitals Chicago (too short) and New Orleans (wow! – before Kathrina), Salt Lake City (boring!), the Grand Canyon (deep!), Las Vegas (could not get away quick enough) and Frisco (my favotite!). Yellostone Park was, what I felt I had really missed. But that could not run away.

Now I know what I have really missed so far: Burning Man.

Das achttägige Festival in der Black Rock Desert, im US-amerikanischen Bundesstaat Nevada rund 150 Kilometer nordöstlich von Reno, endet traditionell am ersten Montag im September und damit am Feiertag Labor Day. Der Höhepunkt ist das Verbrennen einer als Burning Man bezeichneten Statue am sechsten Festivaltag. Generell lässt sich das Event als Kunstausstellung und Party bezeichnen.

Das Burning Man Festival wurde 1986 von Larry Harvey ins Leben gerufen und fand zu diesem Zeitraum mit nur 20 Teilnehmern in San Fransisco statt. Als 1990 das Verbrennen der Statue am bis dahin etablierten Strand verboten wurde, zog das Festival in die Wüste Nevadas um. Inzwischen zieht das Event jährlich rund 70.000 Menschen an und auch die Statue wird stets größer, als jene im Vorjahr. Während des Burning Man entsteht eine temporäre Stadt mitten in der Wüste, von der nach dem Event keine Spuren mehr übrig sind.

Burning Man ist Cyber Punk, Öko, Steam Punk, Mad Max, Handwerk, Freak Show, Tekkkno, Kunst, Dystopie, Party, Drogen, …

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To my US-Friends: How to increase your life expectancy by years

Dear US-Friends,

I have discovered an unbelievable simple method to increase your life expectancy by quite a bit. Its so amazingly simple that I really have to share it with you in English (instead of hoping you will learn enough German to read the original version).

First you will have to understand the concept of „life expectancy“. Its a statistical thing. Data collected by (in this case: death proof) statistical methods. It collects data at which age people die based on where they live. For the US this data is collected at state level. For each state they have an average value (some die much earlier, some much later) but averaged over millions it gives an indication about how long you might live. But: If you speed on the highway or take drugs „life expectancy“ will no save your life – your premature death will only influence future „life expectancy“.

All things equal, the life expectancy should be the fairly the same in the United States of America. OK, considering random factors it might vary by days. Considering a certain influence of different eating habits or occasional local natural catastrophes, lets maybe expect a difference of weeks or month. So lets take a look at what we really have:

Life expectancy in the USA by state

Life expectancy in the USA

A difference of life expectancy of up to four years – depending on where you live is quite a bit. Imagine! An extra year (or two or three or four) added to your life! How much more could you do! Den Rest des Eintrags lesen. »

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Snowdonia (Eryri): A Little Scotland

 Doppelspitze Glyder Fawr und Glyder Fach

Doppelspitze Glyder Fawr und Glyder Fach

Wir sind Schottland-Liebhaber, mein Sohn und ich. Wir kennen noch nicht viel von Schottland, aber was wir kennen, gefällt uns super. Dieses Jahr hat es allerdings nicht gereicht, um von unserem Basislager in den East-Midlands noch einen Abstecher in den hohen Norden zu machen. Ist halt immer nochmal ein ganz schönes Stück, bis die interessanten Gegenden von Schottland anfangen.

Bei der Suche nach näher liegenderen Wander-Alternativen bin ich auf der Landkarte über das Naturschutzgebiet Snowdonia (walisischer Name: Eryri) gestolpert. Ich kannte Wales schon ein wenig, doch hatte davon vorher nie gehört:

Snowdonia (walisisch Eryri; dt. „Adlerhorst“) ist eine Region im Norden von Wales und als Nationalpark geschützt. Er ist 2170 km² groß und damit der drittgrößte in Großbritannien.

Quelle & mehr Infos: Wikipedia

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Deine Lebenserwartung? Sag mir wo du wohnst!

Lebenserwartung EU

Lebenserwartung in der EU (Klick für größere Ansicht) – Quelle: EuroStat

Wir werden alle sterben.

Darüber, wann das sein könnte, kann die durchschnittliche Lebenserwartung ein wenig Aufschluss geben. Interessant finde ich, dass unser Wohnort darauf einen relevanten Einfluss zu haben scheint. Und ich meine jetzt nicht, ob wir in Hintertupfingen oder Addis Abbeba wohnen, sondern auch innerhalb der westlichen Welt scheint es einen ganz erheblichen Unterschied zu machen, wo ich herkomme b.z.w. wo ich lebe (mehr zu diesem feinen Unterschied später).

Natürlich wird die Lebenserwartung von ganz unterschiedlichen Faktoren beeinflußt: Umweltverschmutzung, (Qualität des) Gesundheitssystems, Einkommen und Vermögen, Verkehr (Unfälle), Wirtschaftsschwerpunkten (Arbeit in der Schwerindustrie), kulturelle Gewohnheiten und Sitten (z.B. Ernährung, Alkoholkonsum). Einige dieser Faktoren sind national unterschiedlich (insbesondere wenn durch nationale Gesetze bedingt), andere regional. So überrascht es erst mal nicht, dass die Lebenserwartung in Deutschland regional unterschiedlich ist.

Dennoch war ich überrascht, wie sehr sich die Lebenserwartung in Deutschland je nach Region unterscheidet (Abb. rechts). Im Durchschnitt ein Unterschied von (bis zu fünf) Jahren finde ich schon erheblich. Ich hätte Monate erwartet.

Ich könnte jetzt einige Vorurteile raus kramen oder Mutmaßungen über die Ursachen anstellen, aber ich will euch das einfach selbst überlassen :-). Gerade weil die Ursachen extrem komplex sein können. Drüber nachzudenken, kann sicher gut sein – für uns, aber auch für unsere Kinder.

Noch interessanter jedoch ist der europäische Vergleich. Einige unserer Nachbarn scheinen etwas deutlich besser zu machen als wir. Andere etwas deutlich schlechter. Gerade hier lohnt es sich sicher, mal genauer hin zu schauen, was in Italien, Frankreich und Spanien strukturell besser läuft als in Deutschland. Und aus Anlass diverser hochgespielter Diskussionen: Terror hat offensichtlich absolut keinen Einfluss auf die durchschnittliche Lebenserwartung. Entsprechende Ängste (und Diskussionen) lenken nur davon ab, was unser Leben wirklich bedroht.

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Never mind the Brexit, lets go next level

Update 14.7.2016: Washington Post – Kommentar von Anne Applebaum:  New cabinet may signal Britain’s retreat as a Western power (man muss eine E-Mail Adresse angeben, um den Artikel lesen zu können):

Theresa May’s first set of appointments — Liam Fox will become minister for international trade, David Davis will run the exit negotiations, and Boris Johnson will be foreign secretary — make a lot of sense. She has put hard-line Brexit proponents in charge of negotiating Britain’s retreat from European politics. It will be impossible, from now on, for anyone to argue that voters were cheated. If these three men can’t manage the United Kingdom’s divorce proceedings, then nobody can.

[…]

But May’s choices also suggest a more profound change, visible for some time but only just now swimming into focus: Britain, or at least Tory Britain, no longer aspires to be a leading Western power.

 

Update 10.7.2016: Financial Times: Brexcuses – if Brexit goes bad

 

Travolta misses GBDer mehrheitliche Rückfall der Briten in den Nationalismus macht mich betroffen und traurig.

Ich gehöre zu Leuten, die nicht nur als überzeugter Internationalist, sondern (durch Beziehung und Freundschaften) auch persönlich vom Brexit betroffen sind.

Doch statt jetzt in Trotz zu verfallen (OK, eine Ausnahme: EM) lässt sich aus dieser Krise viel lernen und vielleicht sogar die Chance kreieren, ein neues, besseres Europa zu bauen. Denn überall um mich herum habe ich in den letzten Tagen erstaunliche (und emotionale) Bekenntnisse zur Idee der europäischen Einigung gehört. Bekenntnisse, die im drögen EU- Alltag untergehen. Und diese Menschen sehen in der EU zwar nichts Schönes und Ideales, aber doch wenigstens ein real-exitierendes, praktisches Instrument zur Erreichung einer solchen Einigung.

Doch bevor es dazu kommen kann, gibt es einiges zu verstehen und zu lernen. Dazu einige persönliche Überlegungen von mir und reichlich Links zu vertiefenden Infos. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit und letzte Weisheit. Ausgespeicherte Überlegungen halt. Kommentare gern gesehen.

Und da die Lage zwar hoffnungslos, aber nicht ernst ist, soll hier auch der Humor nicht zu kurz kommen.

Was antwortet ein englischer Nationalist, wenn ein französischer Fan befürchtet, gegen Island aus der EM auszuscheiden?
„Britain first!“

1.) Leanings

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Why Britain Joined the European Union

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Schöner beleidigen mit Shakespeare

Dieses Bild zeigt vermutlich William Shakespeare

Dieses Bild zeigt vermutlich William Shakespeare

Habe ja schon einige Jahrestage hier gespiegelt. John Cage, Georg Büchner. Jetzt jährt sich Shakespeares Todestag zum 400sten Mal. Letztes Jahr hatte ich schon seinen Hamlet in der Inszenierung der Büchner Bühne Riedstadt besprochen. Aus aktuellem Anlass (Erdogan-Affäre) habe ich mich entschieden, ihn mit ein paar seiner besten Beleidigungen zu begehen.

Ein paar Worte, wie es dazu kam, habe ich am Ende hinzugefügt. Hier erst mal das interessante Zeug:

 

1.) Inzwischen gerade voll modern bei der Jugend, aber eigentlich mehr als 400 Jahre alt

– also: voll Retro (wenn die das wüßten, *höhö*):

Villain, I have done thy mother

Oschloch, isch hab dein Mudda gefickt.(1)

Titus Andronicus – Act IV, Scene ii.

 

Aber machen wir doch vielleicht erst Mal etwas gemächlicher weiter:

 

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With the Partsch in America, oho (*)

Jochen Partsch in San AntonioIch schrieb ja in meinem Artikel „Die selektive Rechtsstaatlichkeit des Rafael Reißer“ (in der Fußnote 2), dass ich aufgeschnappt hätte, unser Oberbürgermeister Jochen Partsch treibe sich im Ausland herum.

Nun, das Gerücht hat sich bestätigt. Er ist in den USA (San Antonio, Texas und Milwaukee, Wisconsin) um dort um Wirtschafts- und Hochschul-Kooperationen zu werben und evtl. auch um den Grundstein für weitere Städtepartnerschaften zu legen – beide Städte interessieren sich wohl dafür. Mehr Infos im Darmstädter Echo und in der Frankfurter Rundschau.

Beide Städte sind deutlich größer als Darmstadt: San Antonio hat etwa 1,4 Millionen Einwohner, Milwaukee etwa 600.000 Einwohner. Ein Besuch in Darmstadt, Indiana (ca. 1.500 Einwohner) oder Darmstadt, Illinois (< 70 Einwohner) ist nicht geplant.

Aus den USA erreichten mich brisante, exklusive Fotos, die mich dazu bewogen, ausnahmsweise von den Regeln Nr. 17 dieses Blogs („Kein Personenkult“), Nr. 18 („Kein Klatsch & Tratsch“) und Regel 31 („Wirklich kein Personenkult“) abzuweichen, um die Chance der deutschen Erstveröffentlichung wahrzunehmen. Schon wegen der Bilder!

Ich finde ja ganz subjektiv „Milwaukee“ einen coolen Namen für eine Partnerstadt. Aber die San Antonios/Antonistas haben sich ganz schön ins Zeug gelegt in den letzten Tagen. Außerdem ist San Antonio in der Vergangenheit eine Hochburg deutscher Einwanderer gewesen:

Das texanische Weimar verfügt sogar über eine eigene „Hauptstrasse“. In vielen Gegenden um San Antonio wird ein deutscher Dialekt gesprochen: Texas German.

Quelle: Spiegel online

Sehr spannend ist die Geschichte der Darmstädter 40, die in Texas siedelten und von deren Abenteuern Jörg Heléne sehr anschaulich erzählt.

Also Milwaukees, jetzt seid ihr dran. Zeigt, was ihr drauf habt!

Aber zunächst zu den letzten Tagen in San Antonio. Die als erstes folgenden Bilder wurden (mit nur unzureichend versteckter Kamera) beim Treffen Partschs mit den Mitgliedern des deutschen Stammtisch in San Antonio aufgenommen:

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Petition: Waffenverbot abschaffen bei der Convention der Republikaner

Vom 18.-21. Juli 2016 findet die Convention der US-Republikaner statt, bei der diese ihren Präsidentschaftskandidaten bestimmen. Allerdings gibt am Veranstaltungsort eine Regel, die allen Republikanern ein Dorn im Auge ist: Ein absolutes Waffenverbot (gun-free zone)!

Alle republikanische Kandidaten sind dagegen:

I will get rid of gun-free zones on schools—you have—and on military bases on my first day. It gets signed my first day…you know what a gun-free zone is to a sicko? That’s bait.

Donald Trump (Jan. 8. 2016)

shooting after shooting after shooting happens in so called gun-free zones. […] look, if you’re a lunatic ain’t nothing better then having a bunch of targets you know that are going to be unarmed.

Ted Cruz (Dec. 4, 2015)

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