Archiv der Kategorie Verkehr

Bürgerhaushalt Darmstadt 2015

Besucher bei der Info-Veranstatlungzum BürgerhaushaltAm 19. März hat die Stadt Darmstadt die Aktivitäten zum Bürgerhaushalt 2015 gestartet. Ziel des Bürgerhaushaltes  ist es, die Darmstädter und Darmstädterinnen an der Erstellung des städtischen Haushaltes 2015 zu beteiligen.

Für die Stadt hat das den Vorteil, auch das Wissen und die Erfahrungen von Menschen nutzen zu können, die sich nicht regelmäßig oder systematisch politisch engagieren und so Einsparungen oder Verbesserungen zu erzielen.

Für die BürgerInnen hat das den Vorteil, auf die Politik auch außerhalb der Wahlen und jenseits der Parteipolitik Einfluss nehmen zu können – aber auch sich untereinander über Probleme der Gegenwart und Perspektiven der Zukunft austauschen zu können. Den Rest des Eintrags lesen. »

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Kick-off zum Bürgerhaushalt Darmstadt 2015

Bürgerhaushalt DarmstadtLetztes Jahr bin ich ja erst spät in das Thema „Bürgerhaushalt“ eingestiegen (siehe meine Erfahrungsbericht Bürgerhaushalt 2014). Dieses Jahr habe ich vor, ganz von Anfang an mit zu mischen und eigene Ideen einzubringen, aber auch dazu beizutragen, dass diese Möglichkeit mitzuwirken von noch mehr Menschen wahrgenommen wird.

Diese Woche geht es nun los mit dem Kick-Off:

Am  Mittwoch, 19.03.2014 um 19:00 Uhr

in der Turnhalle der Mornewegschule, Hermannstraße 21, 64285 Darmstadt
(Haltestelle Freiberger Platz der Straßenbahnlinie 3, barrierefrei)

Hier informiert die Stadt über den städtischen Haushalt, die Änderungen im Verfahren gegenüber dem Bürgerhaushalt 2014 und nimmt erste inhaltliche Ideen und Anregungen für den Bürgerhaushalt entgegen. Die Teilnahme am Kick-off ist keine Voraussetzung für das Mitmachen beim Bürgerhaushalt.

Ich hatte letztes Jahr schon ein paar grobe Ideen gesammelt, weil es da zu spät war, diese noch einzubringen. Hier noch mal die Themen, die mir damals eingefallen sind: Den Rest des Eintrags lesen. »

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Ein Leben nur mit Radel ohne Auto…

Gastbeitrag von Janni

..war schon lange Zeit eine umweltbewusste Wunschvorstellung von mir. Die Realität sah leider anders aus. Ständig den Zeitfaktor im Genick, immer wieder einige Minuten einzusparen, ließen mich automatisiert zum Autoschlüssel greifen, um dann doch mit schwerer Verbrennungsmaschine die wenigen Kilometer zum Einkaufen zu fahren. Allerdings muss ich zugeben, dass meine alte Heimat (Saarland) sehr hügelig ist und man eine beachtliche Kondition benötigt, um alle Erledigungen mit dem Rad zu bewältigen.

Nun erzähle ich Euch (m)eine zunächst traurige und dann sehr schöne (Lebens-)Geschichte, die sehr mit dem RADFAHREN verbunden ist :o))))))))))))))

Eines Tages beschlossen mein Ex-Mann und ich, dass wir doch besser getrennte Wege gehen sollten. Da war nichts mehr zu kitten. Mit diesem Auseinandergehen verlor ich alles, was ich mir in über 20 Jahren aufgebaut hatte: einen Lebenspartner, ein sicheres abgezahltes Heim, einen wunderschönen biologisch bewirtschafteten Garten, viele wichtige Dinge im und am Haus und auch ein Auto.

Kein Auto - kein MotorradMein Leben war auf 0 gesetzt, sozusagen resetet. Was mir mit anderen wenigen Dingen verblieb, war mein Radel (ein Stevens Cross Rad). Ich erkannte sofort die Chance meines Lebens und sagte zu mir, „oh ja, jetzt endlich kann ich (m)ein umweltbewusstes Leben leben und ab sofort nur noch radeln, zu Fuß gehen oder öffentliche Verkehrsmittel nutzen. Ein Auto hätte ich mir sowieso nicht leisten können.

Stellt Euch vor, es klappt und sogar viel viel besser, als ich mir zunächst dachte. Inzwischen sind fast 2 Jahre vergangen und ich besitze immer noch kein Auto!!!

Über ein Jahr fuhr ich in meiner hügeligen Ex-Heimat viele Einkäufe und meine Strecken zum Fitness-Studio mit dem Radel bei Wind und Wetter. Gerne denke ich an die ganz speziellen Rückfahrten an späten Winterabenden bei ordentlichen Minustemperaturen zurück. Nach einer Doppelstunde (Bodypump und Spinning) fuhr ich dick eingepackt nach Hause und musste am Ende noch einen langen recht steilen Anstieg bewältigen, um ganz oben auf dem Berg zu meinem Wohnhaus zu gelangen, nach 2-stündigem kräftezehrenden Sportprogramm oftmals etwas quälend. Das Radel stellte ich jedes Mal in die große Garage beim Haus und freute mich köstlich, dass mein edles Crossrädchen einen schönen großen Stall für sich ganz alleine hatte, während meine ganzen Nachbarn lächerliche dicke Autos in ihren Garagen stehen hatten ;o)))

Eines schönen warmen Sommertages war ich traurig, da ich alleine war. Da war keine starke Schulter mehr, an die ich mich anlehnen konnte, kein sportlicher Freund mehr an meiner Seite, der mit mir tolle lange Urlaubstouren mit dem Radel unternahm …………… So beschloss ich etwas zu tun. Und was? Ich inserierte beim ADFC (großer Dank dem ADFC an dieser Stelle) in der Rubrik „Radpartner gesucht“ oder so ähnlich, dass ich ein passendes männliches Pendant für tolle Urlaubstouren suche und ganz klein darunter „bei Sympathie evtl. mehr“.

Da ich schrieb, dass ich viel radele und ziemlich sportlich sei und bei Urlaubstouren auch mal locker 100 km pro Tag schaffte, glaubte ich eher weniger Zuschriften zu erhalten. Jedoch kamen so einige……
Eines Tages erreichte mich eine Mail, die meine Aufmerksamkeit besonders erregte. So lernte ich einen lieben Nürnberger kennen.

Uns verband vieles. Vor allem aber, dass wir beide unseren Ex-Partner verloren hatten und damit alles weitere, unser Leben auf 0 gesetzt war und wir beide außer Kleinigkeiten nur noch unser Radel hatten. Darüber hinaus sind wir beide auch sehr sportlich und können gut auf vieles verzichten (z. B. Fernsehgerät). Dafür haben wir viele gute Bücher und kochen gerne gutes Essen und genießen. Wir leben nun bereits ein halbes Jahr zusammen und erledigen alle unsere Einkäufe mit dem Rad, sogar jetzt im Winter bei Eis und Schnee.

Über das Radfahren haben wir uns kennengelernt und es besteht kein Zweifel daran, dass mein Leben aufgrund dieses umweltfreundlichen Fortbewegungsmittels eine sehr positive Wende erfahren hat und ich nun wieder sehr glücklich bin.

Alle Menschen, vor allem den einsamen, wünsche ich von Herzen, dass sie auch einen lieben Partner haben/finden, der die Freude am Radfahren mit ihnen teilt und sie gemeinsam einen Lebensstil pflegen können, der dem Leben auf unserer Erde gut tut, der sozusagen nachhaltig ist.

(Dieser Artikel erschien zuerst als Gruppen-Beitrag auf Utopia.de)

 

Janni empfiehlt: Förderverein Give and Give e.V.

 

Fotos: Carsten Buchholz

 

Siehe auch weitere Beiträge in der Kategorie „Verkehr„:

 

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Respekt: Mit 101 – Hessens ältester Radfahrer aus Reinheim

Hessens ältester Radfahrer ist wohl 101, heißt Rudolf Schmidt und ist aus Reinheim (Odenwald):

101: Rudolf Schmidt aus Reinheim

Video-Reportage von HR3:

Bis zu 15 km am Tag ist ne ordentliche Leistung in dem Alter  – und alles ohne diese Elektro-Unterstützung, mit der ja schon nur halb so alte Menschen rumfahren. Handzeichen geben tut er auch super – da können sich jüngere Radler (also ab 50 😉 noch ne Scheibe abschneiden.

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REWE-Lob

Ich habe vor kurzem die miserablen Fahrrad-Abstellmöglichkeiten bei meinem lokalen REWE-Markt kritisiert. Jetzt habe ich entdeckt, das REWE auch anders kann. Beim neu umgebauten REWE-Markt in der Dieburger Straße werden nicht nur viele Fahrradabstellmöglichkeiten geschaffen, sondern sie sind auch auf neustem Stand der Bequemlichkeit und Sicherheit :

Gute Fahhrad-Abstellmöglichkeiten an einem Rewe Markt in Darmstadt

Das muss man auch mal loben, finde ich. Leider ist dieser Markt zu weit von meinem Wohnort entfernt. Aldi bietet bei mir als Radfahrer in der direkten Umgebung immer noch die beste Abstellmöglichkeit

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Auf Utopia.de hat REWE übrigens auf meinen offenen Brief reagiert. Meine Mail an den Konzern ist dagegen (obwohl deutlich früher verschickt) immer noch ohne jegliche Reaktion.

 

Siehe auch:

Rubrik Verkehr

 

 

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Selbstanzeige wegen Schwarzfahren in Berlin

BerlinIch bin schwarz gefahren. In Berlin. Ich habe die Berliner Verkehrsgesellschaft (BVG) um 2,40 € betrogen. Dieses ist meine Selbstanzeige.

Es war nicht meine Absicht. Ich war als Tourist in Berlin unterwegs. Ich wollte zu einer Verabredung. Ich wollte den ÖPNV der Stadt nutzen, statt die Luft der Stadt mit Autoabgasen zu verpesten. Zumal in Berlin eh irre Automassen und Baustellen ein sinnvolles Vorankommen verhindern.

Wir waren zu zweit. Wir waren rechtzeitig unterwegs. Wir trafen lange vor der Abfahrt der S-Bahn an der Station ein. Wir waren reichlich mit diversen Zahlungsmitteln ausgestattet. Dachten wir.

Bis wir zwei Fahrscheine á 2,40 €  lösen wollten. Und scheiterten.

Es begann damit, dass der Fahrschein-Automat unsere beiden neuen 5-Euro Scheine nicht als gültige Zahlungsmittel akzeptieren wollte. Naja, kann ja mal passieren. Die gibt es ja erst seit dem 2. Mai. Wir hatten ja noch mehr Bargeld dabei. 100 Euro insgesamt.

Das half aber nicht. Denn wir hatten sie in Form von zwei handelsüblichen 50-Euro-Scheinen, frisch ausgespuckt aus dem Geldautomaten zweier mit unseren Steuergeldern geretteten Banken. Diese Scheine sind für die BVG ungefähr so wertvoll wie Falschgeld: 50-Euro-Scheine akzeptieren die Fahrscheinautomaten der BVG nämlich grundsätzlich nicht, während Bankautomaten sie bevorzugt ausspucken.

Vielleicht brauchen wir doch mehr Einsatz des Gesetzgebers, um Dinge zu regeln, die die Unternehmen der freien Wirtschaft untereinander nicht kundenfreundlich abgestimmt bekommen.

Doch noch gab keinen Grund zu verzweifeln. Denn die BVG bietet auch den Bargeld-losen Zahlungsverkehr an. Man kann seinen Fahrschein – zumindest theoretisch – auch mit einer gültigen EC-Karte bezahlen.

Und wir sind beide stolze Besitzer einer solchen EC-Karte von etablierten, mit unseren Steuergeldern geretteten inländischen Banken. Dennoch waren – zu unserer Überraschung – diese EC-Karten nicht gut genug für die BVG. Mehrere Versuche, unsere Tickets mit einer dieser Karten zu bezahlen, endeten mit der Anzeige „Karte nicht akzeptiert“.

Irgendwann war unser Zeitpuffer aufgebraucht und die letzte S-Bahn, mit der wir unser Ziel rechtzeitig erreichen konnten, fuhr ein. Ich habe in diesem Augenblick spontan die Entscheidung getroffen, die Dienstleistung der BVG entgegen den Beförderungsbestimmungen ohne Fahrschein (und damit in betrügerischer Absicht) zu nutzen. Meine Begleitung trifft daran keinerlei Schuld, sie war angesichts der entstandenen Stresssituation anfällig für eine solche Anstiftung. Ich nehme die volle Schuld auf mich.

Wir haben uns dabei nicht gut gefühlt und an jeder Station gefürchtet, dass Kontrolleure die Bahn stürmen und uns überführen. Wir sahen sehr lebendig die Situation vor uns, in der die Schilderung unserer verzweifelten Zahlungsbemühungen als billige Ausrede verlacht werden. Die Schilder in der Bahn, die an Schwarzfahrer mit drastischen moralischen und finanziellen Argumenten appellierten, haben unser Wohlbefinden als Touristen nicht gerade gesteigert.

Bin ich jetzt ein Verbrecher? Ich habe von Menschen, die ich in Berlin traf, gehört, das die BVG und die Staatsanwaltschaft solche Verbrechen unnachgiebig verfolgen. Wer dreimal beim Schwarzfahren erwischt wird (Gesamtbetrugswert je nach Strecke ab 4,20 € )  kann – nach meinen Informationen – sogar (bis zu einem Jahr) in den Knast kommen. Wer Steuerbetrug in Millionenhöhe begeht, kommt nach einer Selbstanzeige damit davon, dass er die Steuern nachzahlt. Bin gespannt wie die BVG mit dieser Selbstanzeige umgeht.

Aber abgesehen davon ist das Verhalten der BVG-Automaten für Berlin sehr peinlich. Besonders wenn Touristen aus der Provinz (oder aus dem Ausland) in die Hauptstadt kommen, die solches Versagen ihrer Verkehrsbetriebe nicht gewöhnt sind. Ob es daran liegt, dass in meiner derzeitigen Heimat Darmstadt die Verkehrbetriebe ein städtischer Eigenbetrieb sind (und nicht ein Sub-Unternehmen einer privaten Aktiengesellschaft)? Oder daran, dass in Darmstadt nach langen Jahren Rot-Grün nun Grün-Schwarz regiert? Während in der Hauptstadt auf Rot-Rot Rot-Schwarz folgte?

Jedenfalls sollte die BVG – wenn sie schon Menschen ohne Fahrschein droht und sie verfolgt – dafür sorgen, dass ihre Automaten halbwegs funktionieren und gängige Zahlungsmittel auch akzeptieren. Fahrscheinautomaten sind ja nun nicht gerade Rocket-Science. Öffentlicher Nahverkehr muss planbar und verlässlich sein. Vor allem wenn man Touristen in der Stadt wünscht.

Aber vielleicht ist der fahrscheinlose Nahverkehr sowieso das Modell der Zukunft.

 

Siehe auch:

Restaurantkritik: green rice in Berlin-Kreuzberg

 

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Betr. Ihre Aktion „Zu REWE radeln“

Update 1.7.2016:  Der Rewe- Markt in Darmstadt (Eschollbrücker-Straße) hat immer noch nicht das Geringste für seine radfahrenden Kunden getan – und Autofahrer fühlen sich ermutigt, den schon knappen Platz weiter zu beschränken:

Rewe Parkplatz - Fahrrad

Ich kaufe da deswegen (und inzwischen deswegen) schon lange nicht mehr ein.

 

REWE-Zentral-Aktiengesellschaft
Domstraße 20
D – 50668 Köln

Sehr geehrte Damen und Herren,

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Erfahrungsbericht zum Bürgerhaushalt Darmstadt

AfbstimmungJetzt habe ich mich durch den Bürgerhaushalt geklickt und meine Zustimmungen (und Ablehnungen) verteilt und möchte hier meine Erfahrungen teilen.

Erstmal: Ich bin erstaunt, wie wenige BürgerInnen sich bisher eingebracht haben. Natürlich hat sicher nicht jeder bei jedem Punkt mit abgestimmt, aber ich würde sagen, dass bisher nur knapp über 1.000 Menschen mitgemacht haben. Bei fast 150.000 Einwohnern und der angeblich weit verbreiteten Unzufriedenheit mit der Politik schon seltsam. Aber offensichtlich ist Meckern und Motzen einfacher, als mal was zu tun (selbst wenn es nur ein wenig Lesen und Klicken bedeutet).

Bürgerbeteiligung heißt, dass wir uns beteiligen. Wenn wir es nicht tun, dann liefern wir denen Argumente, die dagegen sind, dass wir uns überhaupt beteiligen dürfen.

Die Qualität der Vorschläge ist durchaus sehr unterschiedlich. Manches ist lieblos dahin gerotzt, anderes wohl durchdacht und ausgearbeitet. Einige Vorschläge klingen skurril, andere orientieren sich an konkreten Erfahrungen in anderen Städten. Einige stellen allgemeine politische Forderungen und haben erst mal wenig mit dem Haushalt zu tun, andere sind dagegen ganz konkrete Vorschläge für Ausgabenminderungen und Investitionen. Nicht alles, was gut klingt, ist auch sinnvoll und nicht alles, was sich wirr präsentiert, deshalb sinnlos. Viele Vorschläge können zum Nachdenken anregen – und so vielleicht neue Ideen generieren.

Was mich irritiert: Es gibt eine Kategorie Vorschläge, die ich „Verbieten und Bestrafen“ nennen möchte – und die aus fast jeder politischen Richtung zu kommen scheinen. Sie benennen ein unerwünschtes Verhalten (Hundekacke, Zigarettenstummel, Kaugummis, Radler auf Fußwegen, Müll …) und fordern seine Bestrafung durch Bußgelder und glauben damit Einnahmen erzeugen zu können. Was mich erstaunt, ist die Staats- und Obrigkeitsgläubigkeit, die aus solchen Vorschlägen spricht. Meine Erfahrung sagt mir, dass Verbote und Bestrafung die ungeeignetsten Mittel sind, um das Verhalten von Menschen zu ändern und ein positives Zusammenleben zu erreichen. Im Gegenteil: Auf Dauer erzeugen sie Misstrauen, Bespitzelung und Denunziation. Natürlich rege ich mich auch mal über das Verhalten anderer Menschen auf. Aber ich versuche sie direkt darauf anzusprechen und ihr Verständnis dafür zu wecken, warum mich etwas stört. Hin und wieder gelingt es mich sogar, das sachlich und ruhig zu tun.  😉 Abgesehen davon wird in solchen Vorschlägen kaum abgewogen, was sie Kosten einer solchen Bestrafung sind: Personalkosten für die Überwachung, die Bürokratie und die Buchhaltung sind nicht billig und am Ende könnte es sein, dass wir alle draufzahlen. Solche Vorschläge konnten jedenfalls nicht mit meiner Zustimmung rechnen.

WirtschaftIch habe nicht bei allen Vorschlägen mit Pro- oder Contra abgestimmt (nur bei ca. 1/3). Einige fand ich nicht falsch, aber trotzdem nicht wirklich wichtig. Einige haben zwei Aspekte miteinander verknüpft, bei denen in den Einen gut fand, den Anderen aber blöd. Einige Vorschläge fand ich nicht genug durchdacht. Bei anderen war mir das Ziel nicht wirklich klar oder das Thema war mir zu fremd, als dass ich mir (ohne inhaltlich Einarbeitung) eine fundierte Meinung zugetraut hätte. Aber man muss ja auch nicht zu allem eine Meinung haben – dafür gibt es ja auch noch euch 🙂

Was die Vorschläger daraus für den nächsten Haushalt lernen können, ist dass die Erfolgschancen steigen, wenn eine Vorschlag gut durchdacht und präzise formuliert ist. Die Stadt könnte das unterstützen, indem sie ein Forum bereitstellt, in dem verschiedene Menschen gemeinsam einen Vorschlag erarbeiten können, bevor sie ihn auf der Plattform einstellen.

Haushalt DarmstadtNatürlich kann man sich über die Qualität / Langweiligkeit / Überflüssigkeit von Vorschlägen aufregen (wie ich das auch in einem Online Forum schon erlebt habe). Das geht aber an der Sache vorbei – Bürgerbeteiligung bedeutet, dass jeder seien Meinung sagen kann. Auch die, die man nicht hören will.

Wenn wir also bessere Beiträge wollen, dann müssen wir wohl alle daran mitarbeiten, das jetzt die richtigen Vorschläge Stimmen bekommen und nächstes Jahr bessere Vorschläge gemacht werden. Veränderung beginnt mit kleinen Schritten.

Jetzt aber konkret:

Empfehle ich / Bitte um die aktive Unterstützung

Für diese Vorschläge möchte ich aktiv werben, da ich sie ziemlich gut finde.

freie Software/ IT – auch wenn der einzige Kommentar etwas anderes behauptet: Für München hat sich der Umstieg scheinbar gelohnt (siehe: netzpolitik.org, taz) – nur eine Studie behauptet etwas anderes, aber die hat ausgerechnet Microsoft bezahlt.

Verzicht auf die Westwald-Straße – spart Millionen an Steuergelder.

Gratis Bus und Bahn in Darmstadt Stadt – Bus und Bahn sparen Kosten bei Straßenbau – und Instandhaltung, nutzen Vielfach der Gesundheit (weniger Abgasbelastung und mehr Bewegung) und erhöhen die Mobilität gerade benachteiligter Bevölkerungsgruppen (z. B. Kinder, Eltern, RentnerInnen, Arbeitslose). Deshalb sollte der ÖPNV durch Steuern finanziert werden.

Auslastung des ÖPNV über Belohung der Nutzungshäufigkeit – s.o.

Umstiegsmöglichkeiten auf öffentliche Verkehrsmittel – s.o.

Grün für Fußgänger – Fußverkehr attraktiver machen

Angemessene Budgetierung für das Segment Fahrrad

 

Ablehnung

Von den Vorschlägen, die ich ablehne, möchte ich das für die folgenden zwei kurz begründen.

Radverkehrsbeauftragter für Darmstadt – Beauftragte schaffen im Zweifel mehr Bürokratie und Abstimmungsbedarf. Wir brauchen aber keine Interessenvertreter, sondern ein Umdenken der tatsächlich Verantwortlichen

Innenstadt-Maut – schadet der Innenstadt und nützt den Einkaufszentren auf der grünen Wiese.

Was ich bedauerlich finde, ist das die Kommentarfunktion deaktiviert ist. Ich verstehe, dass die Veranstalter zu den Vorschlägen keine Diskussionsschlachten wollen. Aber jedem, der abstimmt zumindest einmal die Möglichkeit zu geben, die die Stimme zu begründen und / oder ergänzende Infos zu liefern oder erweiternde Vorschläge zu machen, wäre schon eine Mindesterwartung von mir. Und wenn das auf ein Posting pro Nutzer je Vorschlag begrenzt ist, muss jeder sehr genau überlegen, was er schreibt.

Soweit als erstes Feedback.

Bis zum Freitag, 28.6. habt auch ihr noch die Möglichkeit, abzustimmen.

Hier: http://da-bei.darmstadt.de/

 

Vorschläge für nächstes Jahr

Während ich gelesen und abgestimmt habe, hatte ich auch ein paar Ideen / Vorschläge. Jetzt ist es zu spät sie einzubringen, aber ich sammle sie hier schon mal für nächstes Jahr.

  • Öffentliche Gebäude (Schulen, Schwimmbäder,…) durch Mehrfach-Nutzung / Event-Nutung besser auslasten (z.B. alternative Veranstaltungen bei schlechtem Wetter)
  • Schulen zu 24/7 Lernzentren ausbauen
  • Mehr unverbindliche Freizeitsport, nicht Leistungssport-Angebote
  • IT der Hochschulen und der Stadt (teil-)fusionieren
  • Stadt: Regional einkaufen (Best Preis-Option: Zum günstigsten Preis eines externen Anbieters können lokale Unternehmen eine zweite Chance)

Wer Lust hat, an ihrer Formulierung mitzuwirken, möge mit mir Kontakt aufnehmen.

Siehe auch:

Weitere Artikel in der Kategorie Darmstadt

 

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Die gefährliche Rache des Radfahrers

Wenn mal wieder ein Autofahrer rücksichtslos so weit aus der Einfahrt heraus fährt, dass er den ganzen Fußweg und Fahrradweg blockiert und Jogger wie Radfahrer warten müssen, bis er endlich auf die Straße fahren kann.

Wenn mal wieder ein Autofahrer hinter mir aggressiv hupt, weil ich ihm im Weg bin und ich vor Schreck fast vom Rad falle.

Wenn mir beim Radfahren mal wieder ein Autofahrer die Vorfahrt genommen hat, obwohl ich von rechts kam und ich nur noch lebe, weil meine Bremsen fantastisch funktionieren.

Wenn sich plötzlich mal wieder eine Autotür rechts von mir öffnete und mich fast vor andere Autos stößt.

Wenn mich mal wieder ein Autofahrer beim Rechtsabbiegen übersieht und mich dabei fast mit nimmt.

Wenn ich mal wieder der Todeshauch des Außenspiegel spüre, weil ein Autofahrer überholt, ohne einen Seitenabstand einzuhalten.

Wenn sich dann Schock und Wut in einem Adrenalin-Stoß vereinen, dann möchte ich oft gern genau das hier machen:

Radfahrer tritt Autofahrer die Front-Scheibe ein

Dont try this youself!

 

Bringt natürlich gar nix und ist zudem noch sau-gefährlich. Aber es würde sich kurz sehr gut anfühlen. 😉

 

Das animierte Gif ist übrigens ein Netzfundstück. Keine Ahnung, ob es sich wirklich um eine Radfahrer, einen Fußgänger oder vielleicht einen eifersüchtigen Liebhaber handelt.

 

Siehe auch den Disclaimer.

 

Weitere Artikel über Radfahren (besonders, aber nicht nur in Darmstadt):

Schwerer LKW- und Fahrradunfall

 

 

 

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Pranger für Radweg-Parker

Das wilde Parken auf Radwegen nimmt in Darmstadt weiter zu – zumindest in meiner subjektiven Wahrnehmung. Dank Handy-Kamera kann ich das dokumentieren. Die meisten Fälle sehe ich auf meinem täglichen Weg von und zur Arbeit – wo sie auch eine echte Gefährdung bedeuten, da ich im Berufsverkehr auf die Auto-Fahrbahn ausweichen muss (was bei Schnee und Eis mit zusätzlichen Risiken verbunden ist).

28.2.2013: Gr0ß Gerauer Weg, Darmstadt

Radweg-Parker in Darmstadt am 28.2.2013 im Groß-Gerauer Weg 64295 Darmstadt

Radweg-Parker in Darmstadt am 28.2.2013 im Groß-Gerauer Weg 64295 Darmstadt

Radweg-Parker

Radweg-Parker: recht dran vorbei? Oder Links?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

25.1.2013: Gr0ß Gerauer Weg, Darmstadt

Radweg-Parker in Darmstadt, 25. Januar 2013, Groß-Gerauer Weg

Radweg-Parker in Darmstadt, 25. Januar 2013, 10:35 Uhr Groß-Gerauer Weg

 

Radweg-Parker in Darmstadt, 25. Januar 2013, 10:34 Uhr Groß-Gerauer Weg

Bäckerei Bornmuth: Radweg-Parker in Darmstadt, 25. Januar 2013, 10:34 Uhr Groß-Gerauer Weg

Rücksichtslos: Bäckerei Bornmuth - Radweg-Parker in Darmstadt, 25. Januar 2013, 10:34 Uhr Groß-Gerauer Weg. Auf der anderen Straßenseite ist übrigens eine Ladezone.

Rücksichtslos: Bäckerei Bornmuth – Radweg-Parker in Darmstadt, 25. Januar 2013, 10:34 Uhr Groß-Gerauer Weg. Auf der anderen Straßenseite ist übrigens eine Ladezone.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

24.1.2013: Haardring, Darmstadt

Auch die Polizei parkt auf dem Radweg. Zwar im Rahmen einer Verkehrskontrolle – also vermutlich völlig legal – aber bei zwei Autofahrbahnen gibt es eigentlich keinen vernünftigen Grund, den Radweg auch noch zu blockieren. Vorbild sieht jedenfalls anders aus:

 

 

Darf ich in dem Fußweg fahren? Oder muss ich absteigen und schieben? Auf die Kritik meinerseits haben sie übrigens ohne Verständnis, aber mit der Aufnahme meiner Personalien reagiert.

UPS hat übrigens nicht auf meine Kritik reagiert. Sie parken jetzt allerdings manchmal statt auf dem Radweg auf dem Fußweg:

UPS hats nicht verstanden

UPS hats nicht ganz verstanden

Nur dass jetzt die Fussgänger auf den Radweg müssen.

DHL machts übrigens besser. Die halten – so wie es richtig ist – auf der Straße!

 

Aufkleber “Parke nicht auf unseren Wegen”

 

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