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Gehe ins Gefängnis: Gehe direkt dort hin …

MonopolyMein Sohn und ich haben neulich darüber diskutiert, in welchem Land die Regierung wohl am geneigtesten ist, ihre Bürger ins Gefängnis zu stecken. Dass die Türkei da aktuell gerade eine ungesunde Neigung entwickelt hat, stand außer Frage. Doch bei den beiden Großmächten USA und Russland, die ja immer noch als so etwas wie gesellschaftliche Gegenentwürfe angesehen werden (ohne es wirklich zu sein), waren wir unterschiedlicher Meinung. Zum Glück läßt sich so etwas heute ganz einfach klären. Und auf der Seite „Welt in Zahlen“ fanden wir eine Statistik, die tatsächlich die Gefängnis-Insassen pro 1.000 Einwohner als „Bestenliste“ präsentiert (Stand: 2007).

Das Ergebnis ist immerhin so spannend, das ich es einen kleinen Blog-Beitrag wert fand. Natürlich sind die Daten von 2007 nicht die aktuellsten. Weitere – aktuellere – Quellen  – bestätigen die Grundtendenz (1,2). Aber ich habe leider keine andere, ebenso umfassende Darstellung gefunden, daher nehme ich sie als Basis für die Darstellung und aktualisiere ggf. unter den Bildern.

Zuerst einmal die Top-5 von 2007:

Top 5 Knast der Welt

Die Werte für die USA (2017: 6,66) und Russland (2017: 4,36) sind seither gesunken. Die Sychellen haben mit 7,99 die USA auf Platz zwei verdrängt, die Zahlen von Turkmenistan, El Salvador und Kuba sind über 5,00 gestiegen sodass Russland jetzt nur auf Platz 6 steht.

Von Surinam hatten wir schon mal gehört, mussten aber tatsächlich erst mal nachschauen, was das ist und wo denn das liegt.

Zum Vergleich dazu der Bereich der Liste, in der Deutschland rangiert: Den Rest des Eintrags lesen. »

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Never mind the Brexit, lets go next level

Update 14.7.2016: Washington Post – Kommentar von Anne Applebaum:  New cabinet may signal Britain’s retreat as a Western power (man muss eine E-Mail Adresse angeben, um den Artikel lesen zu können):

Theresa May’s first set of appointments — Liam Fox will become minister for international trade, David Davis will run the exit negotiations, and Boris Johnson will be foreign secretary — make a lot of sense. She has put hard-line Brexit proponents in charge of negotiating Britain’s retreat from European politics. It will be impossible, from now on, for anyone to argue that voters were cheated. If these three men can’t manage the United Kingdom’s divorce proceedings, then nobody can.

[…]

But May’s choices also suggest a more profound change, visible for some time but only just now swimming into focus: Britain, or at least Tory Britain, no longer aspires to be a leading Western power.

 

Update 10.7.2016: Financial Times: Brexcuses – if Brexit goes bad

 

Travolta misses GBDer mehrheitliche Rückfall der Briten in den Nationalismus macht mich betroffen und traurig.

Ich gehöre zu Leuten, die nicht nur als überzeugter Internationalist, sondern (durch Beziehung und Freundschaften) auch persönlich vom Brexit betroffen sind.

Doch statt jetzt in Trotz zu verfallen (OK, eine Ausnahme: EM) lässt sich aus dieser Krise viel lernen und vielleicht sogar die Chance kreieren, ein neues, besseres Europa zu bauen. Denn überall um mich herum habe ich in den letzten Tagen erstaunliche (und emotionale) Bekenntnisse zur Idee der europäischen Einigung gehört. Bekenntnisse, die im drögen EU- Alltag untergehen. Und diese Menschen sehen in der EU zwar nichts Schönes und Ideales, aber doch wenigstens ein real-exitierendes, praktisches Instrument zur Erreichung einer solchen Einigung.

Doch bevor es dazu kommen kann, gibt es einiges zu verstehen und zu lernen. Dazu einige persönliche Überlegungen von mir und reichlich Links zu vertiefenden Infos. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit und letzte Weisheit. Ausgespeicherte Überlegungen halt. Kommentare gern gesehen.

Und da die Lage zwar hoffnungslos, aber nicht ernst ist, soll hier auch der Humor nicht zu kurz kommen.

Was antwortet ein englischer Nationalist, wenn ein französischer Fan befürchtet, gegen Island aus der EM auszuscheiden?
„Britain first!“

1.) Leanings

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Why Britain Joined the European Union

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Enzensbergers Fragen zu Europa

Hans Magnus Enzensberger

Hans Magnus Enzensberger (klick auf das Bild, um zum FAZ-Artikel zu gelangen)

Der Schriftsteller Hans Magnus Enzensberger (83) versteht sich seit seinem Reisebericht „Ach Europa“ (1987) als leidenschaftlicher Europäer. Gerade deshalb aber geißelt er das Europa der Brüsseler Bürokraten, Zentralisten und Euromantiker, die dabei sind, aus der bunten Vielfalt des Kontinents ein „Sanftes Monster“ (so der Titel von Enzensbergers 2011 bei Suhrkamp erschienerer Polemik) zu machen. Nun hat er 40 Fragen zu Europa gestellt, die die FAZ über Weihnachten veröffentlicht hat.

 

Ich hatte Enzensberger schon abgeschrieben, nach seinen Entgleisungen zu Saddam Hussein, aber diese Fragen sind geeignet, zum Nachdenken anzuregen. Leider blamiert sich die FAZ, da sie diese Fragen einerseits als „Quiz“ bezeichnet (als gäbe es darauf richtige oder falsche Antworten). Andererseits nennt sie die Fragen „hinterhältig“ – was völliger Unsinn ist. Außer man bezeichnet das Hinterfragen von sicher geglaubten Gewissheiten bereits als „hinterhältig“ – oder die Weigerung Enzensbergers, sich eindeutig auf eine der Seiten in dieser Diskussion zu schlagen. Ein Presseorgan mit intellektuellem Anspruch – und so stellt sich die FAZ ja gern dar – sollte sorgsamer mit Worten umgehen. Selbst zu Weihnachten.

Weil ich aber die Fragen gut und hilfreich finde, mache ich mich hier daran, sie hier einmal öffentlich zu beantworten. Und sei es nur, um damit eine differenziertere Diskussion anzuregen.

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