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Führung & Kommunikation – ohne Worte

Seit ich vor rund 5 Jahren (ja, so lange ist das schon wieder her) anfing, mich für den Tango Argentino erst zu interessieren, dann (langsam aber stetig – und immer noch ansteigend) zu begeistern, kämpfe ich damit, Außenstehenden zu beschreiben, was an dieser Sache so unglaublich faszinierend ist. Es ist definitiv nicht nur ein Tanz – denn vom Paartanz hat man mich im zarten Alter von 14 Jahren nachhaltig abgeschreckt und ich habe mich musikalisch dem Hard Rock, Blues, (Free-) Jazz, Heavy Metal, Ska und Punk verschrieben. Bis heute. Selbst Techno, Dub Step oder Death Metal höre ich viel lieber als einen ChaCha oder einen Wiener Walzer.

Dennoch hat mich das Tango Argentino Tanzen – zu meinem eigenen Erstaunen – inzwischen völlig in seinen Bann gezogen. Und obwohl ich (wie regelmäßige LeserInnen diese Blogs ahnen) um (geschriebene) Worte eher selten verlegen bin, fällt es mir auch nach diesen fünf Jahren schwer, zu formulieren, was genau es ist, das mich so fasziniert. Gegenüner Außenstehenden. Wir süchtige TänzerInnen wissen – ohne Worte – was es ist.

Ricardo El Holandes Tango Kommunikation Führung

Doch jetzt braucht ihr nicht mehr darauf warten, bis ich die richtigen Worte gefunden habe – oder bis ihr Zeit oder Motivation für einen Tango Kurs findet. Denn der Meister wird zu euch sprechen. Also, einer der MeisterInnen, bei denen ich die Kunst erlerne. Aber wohl kein ganz geringer:

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Die fleißige Ameise (eine Fabel)

Fleissige AmeiseDie kleine Ameise kam jeden Tag ganz früh zur Arbeit und fing sofort an zu arbeiten. Sie war sehr fleißig, schaffte viel und war glücklich dabei.

Ihr Chef, ein Löwe, wunderte sich, dass die Ameise ohne jede Aufsicht so gut arbeitete. Er dachte, wenn sie ohne Aufsicht so viel schaffte, dann könnte sie mit Aufsicht sicher noch viel mehr schaffen.

Also stellte er eine Kakerlake ein, die Erfahrung als Aufseherin hatte. Die Kakerlake richtete als erstes eine Stechuhr ein. Dann brauchte sie eine Sekretärin, die ihr beim Schreiben der Berichte helfen sollte. Außerdem führte sie verschiedene Prozesse ein, um die Arbeit effizienter und sicherer zu machen.

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Führung und Bildung

„….dass Erziehung wesentlich Führung bedeutet: Erziehung bedeutet liebevolle, aber klare Anleitung.“

schreibt Jochen Krautz in seinem Artikel „Bildung als Anpassung? Das Kompetenz-Konzept im Kontext einer ökonomisierten Bildung“.

Führung ist jedoch ein Begriff mit viele Facetten, die (für mich) in gleich mehrfacher Beziehung zum Bildung und Schule stehen.

Der Begriff wurde (abgeleitet von seiner technischen Herkunft aus dem mittelhochdeutschen: vüerunge = Lenkvorrichtung) ursprünglich intensiv im Militär verwendet und beschreibt die Fähigkeit eines Anführers seine Untergebenen anzuleiten und geht über das klassische Befehl und Gehorsam hinaus (auch wenn dieses seinen Kern beschreibt).

Vom Militär hat der Begriff seinen Weg in die Politik und die Geschäftswelt gefunden. In Deutschland ist der Begriff in der Politik seit dem GröFaZ* ein wenig verpönt-  gerade in der CDU / CSU aber immer wieder Thema. In den USA ist das Kriterium, ob ein Kandidat für ein bedeutendes politisches Amt auch gut „führen“ könne, eine Frage, das insbesondere von der US-Presse immer wieder aktiv gestellt wird. Im Kern ist hier das Gegenteil von Basisdemokratie – der führende Politiker weiß, was das (zu ihm heraufschauende) Volk braucht und führt es  –Moses gleich – ins gelobte Land.

In der Politik ist heute das militärische Prinzip „Befehl und Gehorsam“ weitgehend abgelöst und durch Öffentlichkeitsarbeit, Rhetorik, Manipulation und gelegentliche Forderung nach „Geschlossenheit“ und „Disziplin“ ersetzt worden (was letztlich nix anderes heißt als: Macht gefälligst, das die Führung will) .

Anders in der Geschäftswelt. Diese hat sich zum Beginn der Industrialisierung sich in vielen Aspekten am Militär orientiert. Durch die Drohung mit Entlassung konnte auch hier das Prinzip „Befehl und Gehorsam“ durchgesetzt werden – einer der Gründe übrigens, warum Unternehmen bis heute kein Interesse an Vollbeschäftigung haben.

Heute gilt das weiter – ein Arbeitnehmer muss das tun, was sein Vorgesetzter ihm sagt. Die Sanktionsmöglichlkeiten sind differenzierter geworden – Gehaltssteig, Ehrungen, „leistungsbezogene“ Gehaltsanteile, Aufstiegschancen, Zeugnisformulierungen, Aufgabenverteilung und Urlaubsbewilligung sind als „Führungsinstrumente“ hinzugekommen.

Doch die militärisch geprägten Strukturen zeigen sich heute – aus verschiedenen Gründen – dem den Anforderungen moderner Geschäftswelt nicht mehr vollständig gewachsen. Neue Methoden, die ohne die alten „disziplinarischen“ Elemente auskommen müssen, sollen Unternehmen (wieder) wettbewerbsfähig machen: Projektmanagement, agile Entwicklung, die Matrix-Organisation, die Projektorganistation.

Hier funktioniert Führung ohne Sanktionen (zumindest ohne direkte Sanktionen) oft auch tatsächlich. Warum?

Betrachten wir Projektmanagement als Beispiel: In Projekten arbeitet ein Team innerhalb bestimmter Rahmenbedingungen an der Erreichung eines Zieles und kann viele Entscheidungen selbst treffen, ungewöhnliche Wege gehen und über die Abläufe, Methoden und Zuständigkeiten selbst entscheiden. Hier wurde die Fremdbestimmung reduziert, was in der Regel zu deutlich höher Motivation führt. Man kann auch einen direkten Zusammenhang zwischen Projekterfolg und Freiheiten bei den Rahmenbedingungen feststellen: Je weniger eng Rahmenbedingungen sind, desto erfolgreicher sind Projekte in der Regel.

Sehen wir uns nun die Schule an: Auch die Schule ist in vielen Aspekten an der Militär angelehnt. Die Offiziersmesse heißt hier Lehrerzimmer und der Wachdienst Tafeldienst. Führung in der Schule funktioniert nach Befehl und Gehorsam plus etwas Manipulation. Auch die von Krautz gehuldigte „liebevolle“ Führung ändert nichts daran, sondern nimmt dem System nur seine Ecken und Kanten. Grundsätzlicher Dissens und Rebellion kann nicht geduldet werden.

„Erziehung bedeutet, eine Auslese der Welt durch das Medium der  Person auf eine andere Person einwirken zu lassen.“ (Krautz, ebenda)

Wenn aber Führung in der Schule so aussieht, das sowohl die „Auslese der Welt“ als auch das Medium anderen Personen aufgezwungen wird – wird sich immer ein Teil der Bezwungenen wehren – sei es durch (wie auch immer geartete Rebellion) oder durch Entzug – die (in Unternehmen weit verbreitete) „innere Kündigung“. Denn es ist wesentlicher Teil unseres Mensch-seins, Fremdbestimmung abzulehnen. Nicht immer und nicht überall, aber immer wieder. Und wo Macht gebraucht wird, um uns zu brechen, weiche wir aus, entwinden wir uns nach Möglichkeit dem Druck.

Ich möchte hier argumentieren, dass der  Bildungsbegriff Krauts idealistisch und verkürzt ist, weil er Macht und Fremdbestimmung ignoriert. Das entwertet in keinster Weise seine Kritik der Ökonomisierung und doch bin ich der Ansicht, dass  die gegenwärtig Ökonomisierung nur so gut und reibungslos funktioniert, weil Fremdbestimmung an den Schulen bereits vorhanden ist.

Vielleicht können wir aus den Betrachtungen zum Projektmanagement etwas lernen. Ich bin mir sicher, dass der Bildungserfolg dramatisch ansteigen würde, wenn die Schüler erhebliche Mitsprache über die Methoden und Inhalte des Unterrichts bekämen.

Das steht natürlich im krassen Wiederspruch zum bisherigen Bildungssystem, in dem eine ganze Industrie und Kultusbürokratie daran arbeitet, Inhalte, Methoden und Ziele das schulische Lernen haben absolut und für alle haben soll.

* Größter Führer aller Zeiten

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