Artikel getaggt mit Lyrik

Selbstmord wäre ja auch so eine Option

 von Arthuro de las Cosas

Selbstmordoder Profikiller

sogar als Selbstmordattentäter
könnte ich noch Gutes tun
wenn ich nur die richtigen Arschlöcher mit in die Luft sprengte

auch solls noch echt
abgefahrene Drogen geben
da draußen

und verrückte Kreditinstitute, die sich nur darum reißen
mir ein Ticket nach sonst wo
zu finanzieren

one way
mehr brauche ich ja gar nicht
sterben kann ich
überall
warum eigentlich in diesem Deutschland?

So vieles, was noch gar nicht ausprobiert
und definitiv
alles
lebensgefährlich

warum also mich mühsam selbst kalt machen
wenn sich das Leben
sowieso
mein Leben nimmt

dann
wenn es Zeit
ist Den Rest des Eintrags lesen. »

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Wir sind Christdemokraten.

 von Arthuro de las Cosas

Katholische KircheWir sind Christdemokraten. Wir sind Legion.
We do not forgive. We do not regret.

Wir überwachen euch nur
zum Schutze der Kinder

Bevor wir sie in den Krieg abschieben
streichen wir ihnen gern liebevoll durchs Haar

Leben ist uns Heilig
Abtreibung und die Pille danach
unser größter Feind
Unablässiger Kampf für das Leben!
finanziert durch Waffenexporte in alle Welt

Wir lieben unsre Nation
und die heimische Wirtschaft
drum lassen wir belauschen
von NSA und GCHQ
gut für euch, besser für uns

Nächstenliebe
ist das höchste Gebot
ausgenommen derzeit: Griechen, Syrer, Neger und Schwule

Der Herr ist in unseren Gedanken
allezeit
Mammon nur das Schmieröl
auf dem Weg durchs Nadelöhr

Allmächtiger Herr
vertrauensvoll legen wir unser Leben in deine Hände
Mehr Soldaten
Mehr Polizisten
Härtere Gesetze
brauchen wir nur zum Schutze deiner unserer Gotteshäuser
und Kapitalanlagen Den Rest des Eintrags lesen. »

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Mein Jahresrückblick 2015

Auf dem Gipfel des Jahres 2015

Auf dem Gipfel des Jahres 2015

Ein kleiner Rückblick auf das nun fast vergangene Jahr 2015 – mehr zur Selbstreflexion, aber auch zur Infos für alle, die mich persönlich kennen und nicht direkt teilhaben konnten. Details gern auf persönliche Nachfrage. 🙂

Erstmal: Ich lebe noch, bin gesund, habe ein Dach über dem Kopf, mehr als genug zu Essen, ein solides Einkommen und einen funktionierenden Internet-Zugang. Das ist nicht selbstverständlich und die meisten Menschen auf der Erde können das nicht von sich sagen. Dafür bin ich sehr dankbar, auch und besonders, weil das weitgehend nicht mein Verdienst ist.

Ansonsten war das Jahr persönlich ruhiger und stabiler als die letzten Jahre, die meist von großen persönlichen Veränderungen geprägt waren. Auch wenn ich generell Veränderungen ja spannend finde, war das mal ganz erholsam. Und während ich im ersten Halbjahr noch viel unterwegs war und viel unternommen habe, war das zweite Halbjahr ruhiger und ich habe mich vor allem Zuhause in meine vielen Projekte und Aktivitäten vergraben und mich in der Öffentlichkeit und bei Freunden ein wenig rar gemacht. Tat durchaus gut. Insbesondere habe ich dadurch aber leider viele alte Kontakte, die ich 2014 wiederbelebt hatte, dieses Jahr nicht mehr so intensiv weiterverfolgt, wie ich das gern getan hätte.

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DreckSack

Drecksack- Definition

Drecksack- Definition lt. Wiktionary.org

Ich habe den Drecksack bekommen. Und war überrascht. Denn er wird seinem Namen überhaupt nicht gerecht. Er ist sehr sauber, sehr aufgeräumt, ordentlich. Und es ist auch kein Dreck drin. Jedenfalls kein offensichtlicher. Obwohl er aus Berlin zu mir kam.

Etikettenschwindel?

Denn der Drecksack nennt sich im Untertitel auch „Lesbare Zeitschrift für Literatur“. Zur Bewertung, ob hier Volkswagen-like  geschummelt wurde, bedurfte es einer genaueren Analyse der schwarzen Buchstaben auf dem hell-gelben Grund.

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(Fast) Zu spät für euch: Über die Maulhure #3

Titel Maulhure #3Diese Rezension kommt viel zu spät. Die Maulhure #3 ist längst vergriffen. Warum ein Werk besprechen, das in so exklusiver Auflage erschien, dass es vermutlich nicht mal antiquarisch noch zu kriegen ist?

Nun, aus drei Gründen:

  1. Sie ist es wert!
  2. Ich habe noch ein original-verpacketes Exemplar hier im Regal stehen und wenn sich wirklich jemand sehr dafür interessiert, dann wäre ich bereit, es noch zum Original-Preis abzugeben. Statt in ein paar Jahren (nachdem eineR der AutorInnen den Literatur-Nobelpreis gewonnen hat) auf Ebay ein Vermögen damit zu verdienen!
  3. Die Maulhure #4 erscheint demnächst!

Die „Maulhure“ ist eine ziemlich sporadisch erscheinende, hochwertige Lyrik-(&Prosa) Publikation, die wohl die spannendsten deutschen Straßen-, Hinterhof-, Kneipen- und Subkultur- Poeten Deutschlands  in einer Werkschau vereint. AutorInnen, die maximal ein Hartz IV Stipendum genießen und sich ohne Buch-Vorschuss und Steuer-Subventionen betrinken müssen, wenn Kunst oder Leben das erfordern. Wer sich das bildlich vorstellen will, möge sich „Rum Diary“ mit Johnny Depp ansehen. Die Ausgaben #1 und # 2 der Maulhure habe ich bereits letztes Jahr besprochen.

Um es kurz zu machen:

Da entsteht etwas, da findet etwas zusammen. Die Texte haben einen kollektiven Sprung gemacht – als hätte der Erfolg der vorhergehenden Ausgaben die AutorInnen quasi dazu beflügelt, noch präziser, noch schärfer in die Tasten zu hauen. Natürlich geht es wieder um Alk & Auflehnung, Sex und Suizid, Rebellion & Verzweifelung, Tod  & Liebe, Banalität & Brutalität, Wut & Zärtlichkeit … noch direkter, klarer als in #1 und #2.

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The DeeJay is my Doctor

 von Arthuro de las Cosas

Wo grad noch so viel Liebe war

klafft plötzlich

ein riesiges, rohes Loch

 

stümperhaft

versuch ichs

zu stopfen

 

mit feinen Weben

aus Folk, Jazz

und Blues

 

zu kleben

mit dickem Schmerz

 

Punk, Rock, Ska und Tekkkkno

Tanz und pure Ekstase

betäuben

bei dieser Operation am offenen

Herzen

 

tUNNEL

Gefühlsverlust kritisch

lebensrettend-emotionale Sperma-Transfusion erforderlich

Liebes-Spenderin

mit gleicher Wellenlänge

dringend vergeblich gesucht

 

Musikalische Intensivstation

Emotionales Wach-Koma

Pures Adrenalin für den chronischen Katatoniker

Schwester: Ein Hüpfer für all das pathetisch vergossene Herzblut

Cause: Its just a jump to the left

 

Der Tunnel selbst

is my final destination

das Licht am Ende

lediglich

der heran nahende

Blues Train

mit 320 bpm

 

Jetzt noch schnell

ein Leben auf der Überholspur

nachschieben

nichts brennt ganz von allein

schneller, härter, lauter

 

bevor dann

das Bandoneon zum letzten

Tango

ruft

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Silence of the sheep

von Arthuro de las Cosas

Sheep ModelU hold the door open

unspoken invitation to a
one night stand
?

We talk
forever
but U maintain
Ur undercover operation

do U expect me to make that move?

but I m not desperate enough
for mercy
fucking

I
want to be asked
at times

to be invited
to be persuaded
to be seduced
feel wanted
too

what makes U unattractive
are not
looks,
dress, hair, age
stuff

what makes U so fucking unattractive
are
sheepish
role expectations

making U the perfect
mind slave of the
male world order

no risk
no fun
for any of us

if U
want it
need it
fancy it

ask for
a drink
a hug
company
compassion
a walk home
sex
whatever

 

I ll just call it a night

 

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Supernova

von Arthuro de las Cosas

Supernovain mitten der üblichen
sich um sich
selbst drehenden
lange schon
willig
erkaltenden gestirne

Heute überraschend:

Eine Supernova

Brennend
Strahlend
Licht & Wärme & Freude emittierend

Voller Leben

Tanzend
Im Einklang mit dem Universum

Welch Freude! Welch Glück!
Im Radius Ihrer Gravitation

 

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Vorstellung Arthuro de las Cosas

Arthuro de las CosasSchon lange will meinen Mit-Autor Arthuro („Art“) de las Cosas hier mal offiziell vorstellen. Art ist hier im Blog für die  Lyrik zuständig.

Ich habe Art letztes Jahr kennengelernt und ermutigt, seine Lyrik auch anderen zugänglich zu machen. Er hat sich dafür entschieden, sie bevorzugt hier im Blog zu veröffentlichen. Ich darf sie dafür mit Fotos von mir illustrieren.

Seither wurden Texte von ihm in der Literaturzeitschrift Maulhure#3 und Maulhure #4 sowie in der RatRiot #11 veröffentlicht. Geplant sind in 2015 noch Veröffentlichungen in der Rouge Nation und im Drecksack.

Art wurde in Dores de Campos (Brasilien) als Sohn des Argentiniers Juan de las Cosas und der Brasilianerin Ana Fontes geboren. Seine Eltern gingen – als er noch sehr jung war – in die USA, wo sein Vater bald an den Folgen eines langjährigen Alkoholismus starb.

Sein Stiefvater wurde als Offizier der US-Armee nach Deutschland versetzt, zunächst nach München, dann nach Darmstadt.

Hier begann er zu schreiben – allerdings zunächst ausschließlich auf Englisch, die Sprache, die ihm emotional am einfachsten zugänglich war. Seine Leidenschaft begleitete ihn auf weiteren Stationen seines Vaters für die US Army, bis die Familie schließlich nach Darmstadt zurück kehrte.

Bisher veröffentlichte Texte von Art hier im Blog:

 

Englisch

Silence of the sheep

in music

crazy me

There is more to life

w/ and w/out you

Murder my Sweet

memories of the blazing sun

Trump hurts

 

Deutsch

nachtgedanken (flüchtig)

Die Tage der Schildkröte

Gas A

Supernova

Endlich wieder Kriege führen

Todfeinde zu unseren Gunsten

Schwerer Rückfall

Die Sehnsucht des Dichters nach dem .

Selbstmord wäre ja auch so eine Option

Vorräte anlegen

 

Andere:

The DeeJay is my Doctor

 

Arthuro ist jetzt auch käuflich: Sein Büchlein „Letzte Zuckungen der schnappenden Schildkröte“ gibts bei Darmstadt-Abo im Shop zu kaufen (10 Euro sind für abgedrehte Lyrik gut investiert).

 

 

In der Maulhure #3 veröffentlicht:

Eines Morgens

Die Tage der Schildkröte

 

In der Maulhure #4 veröffentlicht:

Endlich wieder Kriege führen

Showdown am Sonntag im Wald

 

In der RatRiot #11 veröffentlicht:

Murder my Sweet (dt. Übersetzung, engl. Original: Murder my Sweet)

 

 

Neue (und alte) Texte weiter in unregelmäßigen Abständen hier.

 

Ich plane auch noch ein Interview mit Art und eine Rezension der Maulhure#3. Beides dann ebenfalls hier.

 

Art hat eine Facebook-Seite , auf der ihr über neue Veröffentlichungen informiert werdet. Oder ihr abonniert (sofern noch nicht getan) den Neun-mal-Sechs Newsletter, aber dann kriegt ihr auch alle Veröffentlichungen hier automatisch geschickt.

 

 

Keinen Neun-mal-Sechs Beitrag mehr verpassen: Das E-Mail Abo nutzen.

 

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Maulhure

Jede bessere Buchhandlung hat auch ein Regal mit Lyrik. Da stehen oben die Bände mit den deutschen Klassikern, sofern sie mindestens 500 Jahre tot sind und keinem mehr weh tun können: Goethe, Schiller, … Die verkaufen sich anscheinend immer, und sei es als vergeblicher Versuch von Bildungsbürgern, wild Pubertierenden deutsche Kultur näher zu bringen. Was mit diesem Material ungefähr so erfolgreich sein dürfte, wie ihnen die Odenwaldhölle als In–Location schmackhaft zu machen. Vielleicht verkaufen sie sich aber auch gar nicht und stehen nur da, weil sie halt da stehen müssen.

Maulhure Nr. 1Drunter steht dann fast überall die „Reim dich oder ich fress dich“-Lyrik. Das gesamte Spektrum von religiöser Tageslosungen bis hin zu esoterischer Sinnsuche. Herzzerreißend illustriert mit Sonnenuntergängen und Tier-Baby-Fotos.  Verkauft sich anscheinend gut, das Zeug. Oder die BuchhändlerInnen bekommen ne fette Provision allein fürs Ausstellen.

Echte Lyrik findest du in Buchhandlungen nicht. Weder einen Jandl, einen Fausner, noch eine Jellineck, und schon gar keine Gioconda Belli.  Wer in deutschen Buchhandlungen moderne Lyrik finden will, muss in die Musik-CD Abteilung gehen.

Auch sonst drängt sich moderne Lyrik nicht gerade auf. Im Gegenteil: Es ist echt schwer, über normale Medien überhaupt mit Lyrik in Berührung zu kommen.

Die „Maulhure“ ist die Gegenthese zu den schwülstigen Schmuddelecken des deutschen Bildungsbürgertums. Sie nennt sich selbst „underground literature magazin“  und sie gibt den  wiederborstigsten, den gescheitertsten und den absonderlichsten Typen der gegenwärtigen deutschen Lyrik eine Möglichkeit, ihr textlichen Absonderungen zu veröffentlichen.

In der Maulhure  versammelt sich – auf je rund 100 Seiten  und „in zwangloser Folge“ (zwei Ausgaben seit 2010 und eine Dritte für 2014 im Druck) Texte und Autoren, die jeder kommerziell denkende Verlag als „kommerzieller Selbstmord“ ablehnen würde. Nicht weil sie schlecht sind-  sondern allein, weil sie den Anforderungen des Marktes nicht entsprechen: Weder sind die Autoren irgendwie B-, C- oder D-Promis, noch entsprechen die Texte in Form oder Inhalte den Erwartungen des zahlungskräftigen und kulturell willigen Bürgertums (s.o.).

UMaulhure Nr. 2 nd ja, in der Maulhure finde ich durchaus Texte, die ich in jeder anderen  Kunstform freigiebig mit dem Wort „Müll“ belegen würde. Zum Beispiel, weil sie sprachlich dem eigenen Anliegen nicht gerecht werden. Weil sie alles ignorieren, was mir in Deutschunterricht, Journalismus und Erziehung als gut, richtig und schön eingebläut wurde. Kruden Wort- und Satzkonstruktionen, die den gesunden Sprachverstand herausfordern. Nach einem Lektor schreien, ja, mir suggerieren, sogar ich könne das angemessener, treffender, besser ausdrücken (was ich natürlich definitiv nicht kann).

Also alles Schrott?

Wenn ich ehrlich bin: Nein!

Erstens gibt es in der Maulhure echte sprachliche Perlen und genial treffende Texte. Zweitens sind es gerade einige von den richtig krummen Texten, die mich trotz meines Impulses, sie nicht freiwillig in der Kategorie „Lyrik“ willkommen zu heißen, berühren, emotional ansprechen oder inspirieren. Mehr als andere (etablierte) Lyrik, die zwar meist gekonnter und kunstfertiger rüberkommt –mich aber oft nicht erreicht. Und trotz meines anfänglichen Wiederwillens muss ich feststellen, das mir die Lektüre der Maulhure ein echtes Vergnügen bereitet.

Doch abseits des Unterhaltungsfaktors: Ist das auch Kunst?

Da Kunst ein umstrittener, ja, ich kann mit Recht behaupten, subjektiver Begriff ist, kann nur ein Vergleich mit bereits „etablierter“ Kunst  weiterhelfen: Indem ich einen beliebigen (ernsthaften) Lyrik-Sammelband aus dem Regal greife – von einem renommierten Literatur-Verlag. Und dessen Texte mit denen der Maulhure vergleiche. Den Rest des Eintrags lesen. »

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