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Focus biegt sich für Schlagzeilen Bernie Sanders zurecht

Der Focus (Burda Verlag, München) – ursprünglich angetreten mit dem Claim „Fakten, Fakten, Fakten“ – ist schon eine ganze Weile auf eine sehr schräge Bahn geraten. Mit reißerischen „Click-Bait“ Überschriften geht das Magazin im Web auf die Jagd nach Klicks. Dazu werden emotionale Themen aufgegriffen und – vor allem in den Überschriften – skandalisiert. Gern werden dafür auch Fakten verdreht oder es wird gleich ganz auf sie verzichtet. Bevorzugt werden Geschichtchen über Flüchtlinge und andere Gruppen verwendet, die sich juristisch nicht wehren können.

Mit dieser fiesen Methode hat sich das Blatt an die Spitze der Online-Zugriffsstatistiken geschummelt, die wichtig sind, um Werbekunden gewinnen zu können. Ob sich das auch langfristig auszahlt, sei dahin gestellt, denn natürlich spricht sich das zunehmend herum und die Marke „Focus“ leidet darunter. Ich würde jedenfalls jeden Unternehmen davon abraten, in einem solchen Umfeld zu werben.

Soviel zu Vorrede. Aktuell hat eine Überschrift meine Aufmerksamkeit erregt, die gleich auf den ersten Blick als falsch und dumm zu erkennen ist:

Focus über Sanders

1.) Eine politische Revolution ist definiert als:

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Aufrührerische Büchner Zitate

DDR Briefmarke mit Georg Büchner als Motiv

DDR Briefmarke mit Georg Büchner als Motiv

Diese Seite ist umgezogen! Die aktuelle Version findest du hier:

http://blog.neunmalsechs.de/2013/05/12/buchner-zitate/

 

Ich habe kürzlich behauptet, Georg Büchner sei ein Linksradikaler. Das will ich hier durch einige Zitate aus seinen Veröffentlichungen näher belegen.

 

Es ist keine Kunst, ein ehrlicher Mann zu sein, wenn man täglich Suppe, Gemüse und Fleisch zu essen hat.

Quelle: »Woyzeck«, 1836/37

 

„Friede den Hütten! Krieg den Pallästen!“

Der Hessische Landbote, Erste Botschaft. Darmstadt, im Juli 1834. S. 1

 

Weiterlesen: Aufrührerische Büchner Zitate

 

 

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Georg Büchner. Darmstädter Linksradikaler.

Georg BüchnerDas ständige Gedöns der Darmstädter Bildungsbürger mit der „Revolution“ war mir ja schon immer reichlich suspekt. Insbesondere, weil ich den Eindruck habe, dass viele, die da ihren Georg Büchner hochhalten, sich in ihrem bildungsbürgerlich-kuturellen Wohlstandsgebilde sehr bequem eingerichtet haben und ihnen ein solcher Umsturz der Verhältnisse – sollte er denn tatsächlich kommen – so gar nicht gelegen käme.

Natürlich kann ich mich irren und vielleicht steckt hinter der bürgerlichen Fassade doch eine tiefliegende Unzufriedenheit und eine Sehnsucht nach einer anderen Welt. Immerhin stellen die Grünen in Darmstadt die größte Fraktion im Stadtrat und es gibt eine lange Tradition auch unkonventionelle Gruppen wie Uffbasse oder die Piraten mit Sitzen in dieses Gremium zu entsenden.

Andererseits: Das Motto des – von Büchner maßgeblich mit geprägten – Hessischen Landboten war die Parole „Friede den Hütten! Krieg den Palästen!“. Und wenn ich meinem – hier allerdings nur oberflächlichem Wissen (und der Wikipedia) trauen kann, dann gehörte Büchner eher zum radikaleren Flügel des Landboten.

So gesehen war Büchner ein Linksradikaler.

Würde er heute leben, wäre vielleicht nicht gerade die hessischen Landbevölkerung (der es dank üppiger EU Subventionen prächtig geht)  Grund für seinen revolutionären Eifer. Doch es gibt heute Millionen Menschen auf der Erde, denen es noch viel beschissener geht als den gemeinen Hessen zwischen 1831 und 1837. Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass Büchner angesichts solcher Zustände heute weniger radikal für deren Wohlergehen streiten würde. Und verglichen mit deren Hütten sind selbst die einfachen Eigenheime der Darmstädter Bildungsbürger fantastische Paläste. Und was mit den Palästen – nach Büchner – doch bitte passieren solle:  siehe oben.

So gesehen wäre Büchner wohl auch heute: Ein Linksradikaler.

Folglich wird es zu Georg Büchners 200. Geburtstag in Darmstadt eine offizielle Landesausstellung zu Leben und Werk eines Linksradikalen geben. Was nicht ohne Witz ist. Unter dem Titel Georg Büchner. Revolutionär mit Feder und Skalpell” wird vom 13. 10. 12013 bis zum 16. 2. 2014 im Darmstadtium eine multimediale Präsentation zu Leben und Werk des Dichters, Revolutionärs und Naturwissenschaftlers zu sehen sein. Unter der Schirmherrschaft des Bundeskulturministers Bernd Neumann und des hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier (CDU).

Schon deshalb darf man gespannt auf die Ausstellung sein.

Der Anspruch der Ausstellungsmacher:

Ungefiltert und zugleich wie in einem Brennglas versammeln sich in Büchners Werk die Erfahrungen eines Lebens zwischen Unterdrückung und Freiheitshoffnung, zwischen spekulativer Philosophie und nüchterner Wissenschaftlichkeit, zwischen der Euphorie des Gipfelblicks und klaustrophobischer Angst. Georg Büchner war ein Meister des Wortes und der szenischen Gestaltung. Beides, Worte und szenische
Gestaltungen, aber auch werkzentrale Elemente wie das Lachen waren für Büchner Waffen: Formen der Notwendigkeit, der Notwehr und zugleich Mittel der Befreiung sowie der Freiheit. Diese Erkenntnis ist leitend für die Ausstellung – sie gilt für alle literarischen, politisch-agitatorischen und wissenschaftlichen Aktivitäten Büchners.

Die suggestive Ausstellungsinszenierung im Darmstadtium mit Originalmanuskripten, Multimedia-Installationen, zeithistorischen Objekten, Gemälden, Filmprojektionen und Hörstationen wird den Besucherinnen und Besuchern erlauben, sowohl räumlich als auch gedanklich in die Welt Büchners einzutauchen – und zugleich erstmals die faszinierende Möglichkeit eröffnen, einem der großen Schreibstrategen der Weltliteratur bei der Arbeit zuzuschauen. Dank einer eigens für die Ausstellung
konzipierten Medientechnik können Büchners Textmontagen und -collagen unmittelbar nachvollzogen werden und erschließen damit sein Werk auf gänzlich neue Weise. Der zeitliche Bogen der Schau spannt sich von der Leipziger Vielvölkerschlacht, an deren zweitem Tag Büchner geboren wird, bis zur Rezeption des Revolutionärs mit Feder und Skalpell in den Attac- und Occupy-Bewegungen unserer Tage.

Quelle: Pressemitteilung zur Ausstellung der Stadt Darmstadt (PDF, ab Seite 4)

Jan-Christoph Hauschild Georg Büchner: Verschwörung für die Freiheit

Jan-Christoph Hauschild „Georg Büchner: Verschwörung für die Freiheit”

Siehe auch:

Aufrührerische Büchner Zitate

CDU fördert Linksradikalen mit 840.000 €

Interview mit S. Peter Brunner zu Büchner 200

 

Wer sich nicht ausschließlich auf die Darstellung der Person Büchners durch das Institut Mathildenhöhe als Quelle verlassen will, kann sich vorab schon mal hier informieren:

 

VHS-Kurs „Georg Büchner & seine ZeitGenossen”, ab Mittwoch, 27. Februar 2013 (ff) im Prälat-Diehl-Haus, Ober-Ramstadt.  Ein Kurs über die Frage, was aus Georg Büchner hätte werden können. Mehr Infos geschwisterbuechner.de
Flyer dazu, Einzelheiten und Anmeldung direkt bei der Volkshochschule

 

Aufführung des Büchner-Films „Eine Deutsche Revolution” , Donnerstag, 16. Mai 2013 , Saalbau-Kino, Pfungstadt.

Deutschland 1982 unter der Regie von Helmut Herbst. Darsteller u.a.  Peter Becker, Bazon Brock, Marquard Bohm, Peter O. Chotjewitz. Nach dem Roman von Kasimir Edschmid. Film mit Rahmenprogramm, anlässlich des 200. Geburtstags von Georg Büchner. Saalbau Kino Pfungstadt

 

Katalog zur Ausstellung: „Georg Büchner : Revolutionär, Dichter, Wissenschaftler 1813 – 1837 “ (1987) Stroemfeld 1987. ISBN: 3-87877-279-3 (Erst seit kurzem beim Verlag vergriffen, aber laut geschwisterbuechner.de leicht und günstig antiquarisch zu finden)

 

Buch: Hintergrund-Infos und Info zur Lesung am 19.2., Rezension von Peter BrunnerBericht von der Lesung am 19.2. mit Audio-Hörprobe von Peter Brunner.

 

 

 

Wikipedia-Artikel zu Georg Büchner

 



 

 

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Justus-Liebig-Haus: Die nette Revolution von nebenan

In Darmstadt wurde ein Haus besetzt. Das Justus-Liebig-Haus. Nach einer 800 Personen starken Demonstration zur Bildungspolitik haben bereits letzte Woche aufsässige Studenten  ein strategisch zentral gelegenes Gebäude der Stadt Darmstadt in ihre Gewalt gebracht und seither gehalten.

Seitdem ist jedoch weder ein allgemeiner Aufstand ausgebrochen, noch ist die Besetzung mangels Masse in sich zusammengebrochen und wurde auch nicht durch konterrevolutionäre Maßnahmen seitens der herrschenden Klasse gewaltsam beendet. Nachdem sogar das (*gähn*) Darmstädter Echo durchaus wohlwollend über diesen Akt der Rebellion berichtet hatte, wagte ich letzten Freitag selbst mutig den Vorstoß ins besetzte Haus, um mir persönlich ein Bild vom Stand der Rebellion zu machen.

Hier meine Foto-Reportage:

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