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Halten Sie eine Leistungsselektion nach der vierten Klasse für richtig?

Robert Roedern – Grundschullehrer und Schulpsychologe der Staatlichen Schulberatung in Bayern auf die Frage der SZ nach dem Schulsystem:

 

Halten Sie eine Leistungsselektion nach der vierten Klasse für richtig?

 

Das kommt darauf an, in welcher Rolle Sie mich fragen: Als Lehrer und Schulpsychologe bin ich Beamter und Teil dieses Systems und versuche den Menschen zu helfen, sich darin bestmöglich zurechtzufinden. Als mündiger Staatsbürger würde ich andere Modelle bevorzugen. Ich habe jetzt wieder eine erste Klasse und es ist toll zu sehen, mit welcher Neugier und Lust Kinder lernen. Ich frage mich, wie es uns gelingt, diese so lange wie möglich zu erhalten – und ob Noten und Notendruck dabei hilfreich sind.

 

Quelle: SZ, 28.1.2013

Siehe dazu auch:

Ich, Arbeiterkind

Umfrage in Hessen

 

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Competition oder Cooperation?

An anthropologist proposed a game to the kids in an African tribe. He put a basket full of fruit near a tree and told the kids that who ever got there first won the sweet fruits.

When he told them to run they all took each others hands and ran together, then sat together enjoying their treats.

When he asked them why they had run like that as one could have had all the fruits for himself they said: “UBUNTU, how can one of us be happy if all the other ones are sad?“

 

‚UBUNTU‘ in the Xhosa culture means: „I am because we are“

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Das Wettrudern, oder: warum deutsche Schüler gegen japanische Schüler verlieren mussten

Es war einmal eine Zeit, da verabredete eine deutsche Schule ein jährliches Wettrudern gegen eine japanische Schule. Das Rennen sollte in einem Achter auf dem Rhein ausgetragen werden. Beide Mannschaften trainierten lange und hart, um ihre höchsten Leistungsstufen zu erreichen.

Als der große Tag kam, waren beide Mannschaften topfit, doch die Japaner gewannen das Rennen mit einem Vorsprung von einem Kilometer.

Nach dieser Niederlage war das deutsche Team zutiefst betroffen. Die Moral war auf den Tiefpunkt gesunken.

Daher entschied das Kultusministerium, dass der Grund für diese vernichtende Niederlage unbedingt herausgefunden werden musste. Ein Projektteam wurde eingesetzt, um das Problem zu untersuchen und um geeignete Abhilfen zu empfehlen.

Nach langen Untersuchungen fand man heraus, dass bei den Japanern acht Leute ruderten und ein Mann steuerte, hingegen im deutschen Team ein Mann ruderte und acht steuerten.

Das Kultusministerium beklagte die mangelnde Disziplin des Ruderers und stellte die deutsche Wettbewerbsfähigkeit in Frage. Es engagierte sofort eine Beraterfirma, die eine Studie über die Struktur des deutschen Teams anfertigen sollte. Nach einigen Monaten und beträchtlichen Kosten kamen die Berater zu dem Schluss, dass das System nicht wettbewerbsfähig sei und stärker an Leistung ausgerichtet werden müsse.

Um einer weiteren Niederlage gegen die Japaner vorzubeugen, wurden die trainierenden Lehrern angewiesen die Teamstruktur Leistungs-orientiert zu ändern. Es wurden jetzt vier Gymnasialschüler als Motivatoren und vier Realschüler als Steuerleute eingesetzt. Als Ruderer wurde unter hunderten Hauptschülern der kräftigste ausgewählt. Außerdem wurde für den Ruderer ein Leistungsevaluationssystem eingeführt, um ihm mehr Ansporn zu geben, drei Wachleute eingesetzt, um ihn an der Flucht zu hindern und ein Laptop zur ständigen Leistungskontrolle zur Verfügung gestellt.

Danach war leider kein Geld mehr da, um eine Sprachförderung für den bosnisch-stämmingen Ruderer zu finanzieren, die ihm ermöglicht hätte, die Kommandos der Steuerleute und Motivatoren auch zu verstehen.

Die Motivatoren wurden in monatelangen Förder-, Leistungs- und Trainingskursen auf ihren Einsatz vorbereitet.
Die Steuerleute wurden mit englischen Sprachkursen auf internationale Wettbewerbsfähigkeit getrimmt (damit sie die Kommandos im gegnerischen Boot verstehen und taktisch geschickt reagieren konnten).
Der Ruderer durfte einmal pro Woche an einem Box-Kurs der VHS teilnehmen.

Kurz vor dem Rennen wurde zwischen dem japanischen Bildungsministerium und dem deutschen Kultusministerium vereinbart, dass zum Zwecke der Frauenförderung ein Mannschaftsmitglied weiblich sein muss. Da sich für die anderen Positionen keine Schülerin mit gleichwertiger Qualifikation finden ließ, wurde der Ruderer durch eine Realschülerin (mit der Maßgabe, fehlender Kraft durch qualifizierteres Rudern auszugleichen) ersetzt und nach Bosnien abgeschoben.

Beim Rennen gewannen die japanischen Schüler mit einem Vorsprung von zwei Kilometern.

Das Kultusministerium entließ den Rudererin wegen schlechter Leistung, verkaufte die Riemen und stoppte alle Investitionen für ein neues Boot. Der Beraterfirma wurde ein Lob ausgesprochen und das eingesparte Geld wurde für ein Projekt zur besseren Leistungsevaluation eingesetzt. Der Steuerleute wurden nach Ihrem Abschluss als Wachleute fürs Bootshaus angestellt. Die Motivatoren wurden nach dem Studium beauftragt, im Kultusministerium ein neues Wettruder-Programm zu konzipieren, bei dem auf Ruderer komplett verzichtet werden kann.

Frei nach: http://www.rijnlandmodel.nl/bronpaginas/Wettrudern.htm

 

Das Wettrudern, Teil 3: neuste Reformvorschläge aus BaWü
Baden-Württemberg schlug (vor dem Regierungswechsel) vor, das Problem mit einem bundeseinheitlichen Fragenkatalog bei der Motivatoren-Prüfung aus der Welt zu schaffen. Damit würde die Motivation des Ruderers erheblich an Aussagekraft gewinnen und die Leistungen der Motivatoren seinen endlich bundesweit vergleichbar.

Das größte Problem sei schließlich, dass jeder Motivator beim Wettrudern andere Dinge schreie und der Ruderer dadurch völlig durcheinander gerate. Indem man sicherstelle, dass alle das gleiche schreien, können man die Leistung des Ruderers sicher erheblich steigern. Man sei sich sicher, nun endlich beim Kernproblem der deutschen Schülermannschaft angekommen zu sein.

http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/0,1518,499030,00.h…

Man sei sich sicher, so das nächste Wettrudern gegen die japanischen Schüler auf jeden Fall gewinnen zu können.

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