MIlonga

MIlonga „Tango Armónico“ am 25.11.2018 in Darmstadt mit DJ Carsten

Aktuell: Milonga „Tango Armónico“ am Sonntag, 25.11.2018 (14-18 Uhr) in Darmstadt

 

Meine Lieblings-Tangos

Tango Argentino in Darmstadt

Tango Veranstaltungen im Rhein Main Gebiet

 

        No mistakes in the tango, Donna, not like life. It’s simple. That’s what makes the tango so great. If you make a mistake, get all tangled up, just tango on.”

   ~ Lieutenant Colonel Frank Slade, Scent of a Woman (1992)

Ich tanze Tango Argentino(*). Mit zunehmender Begeisterung. Hätte ich nie gedacht. Im Alter von 14 Jahren hatte mich der damals übliche Tanzunterricht vom Paartanz und jeglicher traditioneller Tanzmusik nachhaltig abgeschreckt. Zu spießig, zu konservativ, zu langweilig. Auch mein Musikgeschmack entwickelte sich in eine völlig gegensätzliche Richtung: Queen, Meat Loaf, Deep Purple, ZZ Top, Iron Maiden, Whitesnake, …. – später sollte zu (Hard) Rock & Blues noch Jazz, Reggae und vor allem Ska hinzu kommen.

Musik, die ich heute (< 36 Jahre später) noch höre und liebe. Und zu der ich – seltener als früher – immer noch verdammt gern Füße, Beine, Arsch und  den Rest meines Körpers bewege.  Und verdammt viel Spass dabei habe. Und so auch in (indirekt!) die Fänge des Tangos geraten bin.

Also Tango Argentino. Was macht den so besonders? Warum begeistern sich immer mehr Menschen für diesen Tanz – bis hin zur Sucht?  Warum beginnen Leute (wie ich) Tango zu tanzen, die mit Paartanz vorher nix am Hut hatten? Warum beginnen viele Paartänzer – egal ob vom Standard, Latein, Salsa, … kommend – irgendwann mit Tango Argentino? Und nicht wenige von ihnen wechseln komplett? Manche Menschen ihr ganzes Leben um den Tango Argentino herum organisieren.

Diese Fragen will ich hier nachgehen. Indem ich von meinen eigenen Erfahrungen und meinem Weg in den Tango Argentino berichte. Während es passiert.

Es wird zunächst eine unvollständige Darstellung sein, Bruchstücke, Beobachtungen, Erfahrungen, Gedanken, Fotos, Links, Zitate hier gesammelt und irgendwie aufbereitet. Aber ich hoffe, dass sich mit der Zeit ein Bild ergibt, dass auch jenen, die sich (noch) nicht in der Tango Szene bewegen, einen guten Einblick gewährt, der über eine akademische Darstellung hinausgeht.

Und mir irgendwann als Erinnerung dient, wie alles mal begann.

Alles andere als eindeutig: Über die Mehrdeutigkeit von Begriffen im Tango Argentino

 

Das Geheimnis des Tangos liegt in diesem Moment der Improvisation,

es passiert zwischen Schritt und Schritt.

Es macht das Unmögliche möglich: Man tanzt Stille.

Carlos Gavito

 


* Hinweis: Während einige Quellen kritisieren die Benennung „Tango Argentino“, durch welche die Uruguayer ausgeschlossen werden, die durch die Bezeichnung „Tango rioplatense“, also Tango vom Río de la Plata. eingeschlossen wären. So verwendet  z.B. der der deutsche Autor Egon Ludwig in seinem Tango-Lexikon durchgehend bewusst den Terminus „Tango rioplatense“.
Zu dieser terminologischen Streitfrage hier ein Artikel – aus argentinischer Sicht – in spanischer Sprache: ¿Tango rioplatense o tango argentino? und hier der gleiche Artikel in englischer Übersetzung: River Plate tango or Argentine tango?

Die musikalischen Elemente, die zur Entstehung des Tango Argentino beigetragen haben, sind vielfältig. 

Zwar ist das afroamerikanische Element in Rhythmus und Choreografie des Tangos kaum noch zu erkennen, doch war der Candombe der Kreolen und Schwarzen ein wichtiger Einfluss. Ursprünglich war der Candombe eine kultische Tanzpantomime, in der liturgische Elemente afrikanischer Religionen und katholischer Heiligenverehrung verschmolzen. Nachdem der Kultgehalt immer mehr verschwunden war, trat sie ab 1870 zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag oder als Karnevalsumzug in Erscheinung. Da es während der Straßenfeste der Schwarzen angeblich zu blutigen Schlägereien kam, wurden sie jedoch bald von der Obrigkeit verboten. Dem Verbot begegneten die Tänzer durch die Gründung von Tanzhallen. Auch wenn sich die Tänze noch stark vom Tango in seiner späteren Form unterschieden, entstand in solchen Örtlichkeiten der Tango Argentino.

Ein ebenfalls wichtiger Einfluss ist die Habanera, die gelegentlich auch Tango Americano genannt wird. Ihre Entstehung wird um 1825 auf Kuba angesetzt und ab 1850 hatte sie in Spanien große Popularität erreicht. Ein noch heute populäres Beispiel für eine Habanera ist die gleichnamige Arie in der Oper Carmen von Georges Bizet. Sie erreichte den Río de la Plata auf dem Wege über Paris, denn die bessere Gesellschaft imitierte alles, was in Frankreich gefiel.

Auch der Einfluss mitteleuropäischer Einwanderer ist nicht gering. Die Polen brachten ihre Mazurka und die Böhmen ihre Polka. Die Deutschen fügten nicht nur das Bandoneon (das später für den Tango typischste Instrument) hinzu. Als Tanz brachten sie den Walzer und Ländler mit seinen Drehungen ein.

Ein weiterer, nicht ganz so offensichtlicher Beitrag (ab den 1870er Jahren) stammt von der Maxixe, dem sogenannten brasilianischen Tango, der im Wesentlichen die gleichen Ursprünge hat wie der argentinische. Sie gilt als der erste städtische Modetanz Brasiliens.

„Für den Tango existiert kein Volk als abstrakte Einheit oder als Ideal. Der Tango kennt nur den Menschen aus Fleisch und Blut.“

– José Gobello

Aus diesem Sammelsurium städtischer Musik und Tänze, vermischt mit den ländlichen Payadas der Gauchos, entstand die städtische Milonga. Etwa um 1880 begann man in Buenos Aires und Montevideo zu dieser Musik zu tanzen. Später verlangsamten sich die leichten, fröhlichen Lieder der Milonga zum ernsteren Tango. Vicente Rossi hat den Tango als eine Milonga mit „cortes y quebradas“ („mit Schnitten und Brüchen“) gesehen, d. h. mit Pausen und Posen – ohne den kontinuierlichen Fluss der Milonga.

Flöte, Violine und Gitarre waren zunächst die Standardinstrumente der durch Kneipen, Tanzsäle und Straßen ziehenden Musiker. Später setzten sich Klavier und Bandoneón als typische Tangoinstrumente durch. In den Hafenvierteln, den Barrios (Stadtteilen) und den Arrabales (Vorstadt-Gebieten), in einem Milieu von Arbeitslosigkeit, Kleinkriminalität und Prostitution, wurde der Tango zum Ausdruck existentieller Not und menschlicher Einsamkeit des Porteño (span.: Hafenstadtbewohner – so bezeichnen sich die Einwohner von Buenos Aires selbst).

Bereits ab 1890 war der Tango fester Bestandteil der Volkskultur am Río de la Plata geworden. Doch in der Oberschicht galt er aufgrund seines Ursprungs in den Einwanderervierteln und Bordellen auch weiterhin als Ausdruck von Verkommenheit, Zweideutigkeit und Hoffnungslosigkeit. Von konservativen Journalisten und Teilen der Oberschicht wurde er ignoriert oder in Verruf gebracht. Die Mehrheit der Bevölkerung ließ sich davon allerdings nicht stören und strömte zu den Milongas (den Tanzveranstaltungen).

Weitere interssante Details:

https://de.wikipedia.org/wiki/Tango_Argentino

 

Links:

Hier im Blog:

Alles nur Maiskolben: El Choclo / Kiss of Fire / Beso de Fuego / Black Eyes Rock

Orquesta Romantica Milonguera – Eine Liebesgeschichte in Musik

Tango-Legende Flaco Dany (81) in Darmstadt & Frankfurt

Tango Griego

 

Interessante Links draußen:

Neo Tango – Tango Tandas

Neo Tango – Vals Tandas

A Brief History of NeoTango

Warum wir uns nach Umarmungen sehnen (Veronica Toumanova, übers. v. Jochen Lüders)

 

Kleines Tango Lexikon:

Milonga:

1.) Auf der Tanzveranstaltung auf der nach (mehr oder weniger) klassischen Regeln zu Tango Argentino (also zu Tangos, Vals und Milongas – aber auch zu Tango Nuevos, Neo Tangos & Non-Tangos), Tango Argentino getanzt wird. In der typischen Aufteilung werden auf einer Milonga zwei Tandas Tango, eine Tanda Vals, zwei Tandas Tango, eine Tanda Milonga (da capo) gespielt.

2.) Eine besondere Art des Tango Argentino (Musik) mit schnellen Rythmen im 2/4 oder 4/4 Takt zu der man den Milonga Stil tanzt.

3.) Milonga (Tanz-Stil) [Milongero] : Die typische Art zur Milonga (Musik) Tango Argentino zu tanzen.

Tanda – eine Zusammenstellung von i.d.R. drei oder vier Tango-Musik Stücken, die i.d.R.von einem Paar zusammen getanzt werden und im besten Fall eine musikalische Stimmungseinheit bilden. In der striktesten Auslegung stammen alle Stücke nicht nur vom gleichen Orchester mit dem gleichen Sänger, sondern wurden sogar in der gleichen Aufnahmesitzung aufgenommen. Die große Kunst  der Tango-DJ(ane)s besteht darin, a) diese Regeln zu brechen, ohne einen Bruch in der Stimmung zu erzeugen b) innerhalb der Tanda einen Spannungsbogen aufzubauen c)

Capeceo – Die Aufforderung über Blickkontakt und Zustimmung – die Königsdisziplin des Tango.

Vals – Der Walzer des Tango – 3/4 Takt, fröhlicher.

Tango

1.) Musik-Richtung (=Tango Argentino)

2.) Tanz

3.) Eine der drei klassischen Musik-Stile innerhalb des Tango Argentino

Non-Tango

Die Musik-Sicht eingefleischter Tangueros / Tangueras ist eine binäre. Es gibt Tangos und Non-Tangos.

Neo Tango

Jede Musik, die sich irgendwie entfernt anTango-ähnlichen Elementen orientiert und zusätzlich mindestens nach 1950 aufgenommen wurde.

Tango Nuevo

Ronda – das Tanzen im Kreis in verschiedenen Ringen gegen den Uhrzeiger. Verletzung der Ronda ist eine Todsünde (und birgt für alle Beteiligten nicht unerhebliche Verletzungsgefahr – hohe Absätze flying!)

el Codigo (die Tango Regeln)

Es gibt eine Menge Tango Regeln, die je nach Szene mehr oder weniger strikt befolgt werden.

Cortina

Tango Argentino

Die Musik

Der Tanz

Época de Oro

Taxi Tänzer

Ocho

Bis gleich

Sucht

 

Weitere interessante Artikel über Tango Argentino: